Qualifikationen im Lebenslauf: Beispiele & Auswahl

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Qualifikationen im Lebenslauf: Beispiele & Auswahl

Wenn sie eine neue Bewerbung auf den Tisch bekommen, werfen viele Personaler/innen zuerst einen Blick auf den Lebenslauf der/s Bewerbers/in. Während Bewerber/innen im Anschreiben viel schreiben können, zählen im Lebenslauf die harten Fakten. Aus ihm geht hervor, welche Qualifikationen ein/e Kandidat/in mitbringt. Dass sich die/der Entscheidungsträger/in von deinen Qualifikationen im Lebenslauf angesprochen fühlt, ist die Grundlage für eine erfolgreiche Bewerbung. Hier erfährst du, worauf es bei der Auswahl von Qualifikationen für den Lebenslauf ankommt.

Deine Qualifikationen im Lebenslauf entscheiden über den Erfolg deiner Bewerbung

Wenn du dich für einen Job bewirbst, kommt deinem Lebenslauf eine besonders große Bedeutung zu. Entscheidungsträger/innen achten darauf, was ein/e Bewerber/in bisher erlebt hat und was sie oder er kann. Das geht aus dem Lebenslauf hervor. Er listet die wichtigsten Qualifikationen des/r Bewerbers/in auf und gibt der/m Personaler/in eine bessere Vorstellung davon, mit wem er/sie es zu tun hat. Anhand des Lebenslaufs lässt sich einschätzen, ob ein/e Bewerber/in den Anforderungen an die Stelle gewachsen ist.

Wenn du mit Erfahrungen, Kenntnissen und Fähigkeiten punkten kannst, die dem/r Arbeitgeber/in wichtig sind, hast du einen Fuß in der Tür. Ein überzeugendes Anschreiben kann den guten Eindruck festigen und dich zum Vorstellungsgespräch führen, wo du zeigen kannst, dass es auch persönlich passt.

Auf der anderen Seite ist ein Lebenslauf, dem wichtige Qualifikationen fehlen, ein Problem. Auch durch ein noch so gutes Anschreiben lassen sich mangelnde Erfahrungen und Kenntnisse nicht wegdiskutieren. Entsprechend wichtig ist es, dass du dir gut überlegst, welche Aspekte du im Lebenslauf betonen möchtest und wie du dafür sorgen kannst, dass der/m Entscheidungsträger/in keine wichtigen Informationen entgehen.

Qualifikationen im Lebenslauf: Warum weniger mehr ist

Wenn du deinen Lebenslauf schreibst, solltest du dir bei jeder Bewerbung überlegen, welche Angaben wirklich wichtig sind. Genau das tun viele Bewerber/innen nicht. Sie schicken immer dasselbe Lebenslauf-Dokument mit, das häufig minutiös all ihre bisherigen Erfahrungen und weiteren Qualifikationen auflistet. Eine Auswahl relevanter Qualifikationen für den Lebenslauf findet oft nicht statt – frei nach dem Motto „viel hilft viel“.

Diese Herangehensweise ist jedoch nicht sinnvoll, sie kann sogar kontraproduktiv sein. Wenn du immer denselben Lebenslauf verschickst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich darin Erfahrungen finden, die für eine/n bestimmte/n Arbeitgeber/in nur bedingt interessant sind. Dann muss die/der Empfänger/in deiner Bewerbung sich unter all deinen Angaben die Informationen suchen, die tatsächlich relevant für die Stelle oder den Praktikumsplatz sind.

Du gibst mit einer solchen Vorgehensweise nicht nur Arbeit an den/die Personaler/in ab. Es ist auch weniger wahrscheinlich, dass du als Bewerber/in mit klarem Profil herüberkommst. Genau das ist jedoch bei der Besetzung einer freien Stelle gefragt. Wenn sich gleich mehrere Qualifikationen in deinem Lebenslauf finden, die nicht sonderlich bedeutsam aus Sicht des/r Personalers/in sind, riskierst du, dass unter all den unwichtigen Informationen gar nicht auffällt, wie gut du zum Unternehmen passt.

Das richtige Motto bei der Auswahl der Qualifikationen im Lebenslauf sollte deshalb lauten: „weniger ist mehr“. Versetze dich bei jeder Bewerbung in die Lage der Personalverantwortlichen. Was spricht sie wahrscheinlich am ehesten an? Gefragt sind nicht nur offensichtlich relevante Qualifikationen, sondern auch Erfahrungen, die deine Eignung indirekt unterstreichen. Vielleicht wünscht sich ein Unternehmen empathische Bewerber/innen, die kommunikationsstark sind. Dann kann es dir nützen, wenn du im Lebenslauf angibst, dass du ehrenamtlich Senior/innen besuchst, obwohl das inhaltlich nichts mit dem angestrebten Job zu tun hat.

Lebenslauf: Sonstige Qualifikationen mit Bedacht auswählen

In deinem Lebenslauf ist nicht nur Platz für wichtige Qualifikationen wie Studium, Ausbildung oder bisherige Stellen. Auch zusätzliche Qualifikationen gehören in den Lebenslauf. Dabei handelt es sich um Erfahrungen und Fähigkeiten, die in die üblichen Rubriken wie Ausbildung und Berufserfahrung nicht hineinpassen.

Typischerweise finden sich Sprach- und Computerkenntnisse unter den zusätzlichen Qualifikationen im Lebenslauf. Ergänze jeweils, wie gut du die entsprechende Fähigkeit beherrscht. Bei Sprachkenntnissen kannst du etwa Formulierungen wie „sehr gut in Wort und Schrift“ oder „Grundkenntnisse“ nutzen. Bei PC-Programmen kannst du schreiben, wie häufig du sie verwendest.

Wenn du im Lebenslauf sonstige Qualifikationen nennst, kannst du auch Kurse, Weiterbildungen, Auslandserfahrungen oder ehrenamtliches Engagement angeben, wenn sich daraus Rückschlüsse auf deine Eignung ziehen lassen. Dabei sind nicht nur Hard Skills wie Abschlüsse bedeutsam für Personaler/innen, sondern auch Soft Skills.

Qualifikationen im Lebenslauf weglassen: Was, wenn dadurch Lücken entstehen?

Einerseits sollten sich nur wichtige Angaben in deinem Lebenslauf finden. Andererseits hinterlässt ein Lebenslauf mit Lücken bei vielen Personaler/innen keinen sonderlich guten Eindruck. Durch das Weglassen von weniger entscheidenden Qualifikationen können sich jedoch Lücken im Lebenslauf ergeben. Was also tun?

Es kommt darauf an, wie viele Lücken durch das Weglassen von bestimmten Erfahrungen entstehen würden und wie groß diese Lücken jeweils wären. Wenn du im entsprechenden Zeitraum noch andere Qualifikationen vorweisen kannst, ist eine Lücke oft nicht tragisch. Du hast schließlich etwas getan und warst nicht, wie ein/e Entscheidungsträger/in vermuten könnte, arbeitslos. Auch Zeiträume, die schon sehr lange zurückliegen, sind weniger bedeutsam. Größere Lücken solltest du allerdings vermeiden. Im Zweifel kann es deshalb besser sein, weniger wichtige Qualifikationen in den Lebenslauf aufzunehmen.

Qualifikationen im Lebenslauf richtig darstellen: Beispiel-Formulierungen

Nicht nur, welche Qualifikationen du im Lebenslauf angeben möchtest, solltest du dir gut überlegen. Auch die Formulierung selbst ist wichtig. Verwende Schlüsselwörter, die sofort ins Auge springen. Dabei kannst du dich auch an der Stellenausschreibung orientieren. Formuliere möglichst prägnant und gut lesbar. Die folgenden Beispiele können dir als Orientierung dienen.

Qualifikationen im Lebenslauf: Beispiele

  • 07/2016 – 09/2019: Key Accountant Manager bei der Beispiel GmbH, Beispielstadt
    • Entwicklung von Vertriebsstrategien, Analyse von Märkten, Kundenbetreuung, Steigerung der Zahl der Kunden um X Prozent

  • Sprachkenntnisse: Englisch (sehr gut in Wort und Schrift), Japanisch (gut in Wort und Schrift)

  • 02/2018 – 02/2019: Tätigkeit als Au Pair in Wilmington, USA
    • Betreuung dreier Kinder (2, 3 und 5 Jahre alt) an sechs Tagen pro Woche, Haushaltstätigkeiten

  • seit 07/2015: Ehrenamtlicher Trainer des SV Beispielstadt, größter Erfolg: Pokalsieg im Beispiel-Derby