Hobbys im Lebenslauf angeben: Muster, Fehler & Tipps

813
Hobbys im Lebenslauf angeben: Muster, Fehler & Tipps

Ein interessierter Arbeitgeber möchte nicht nur wissen, was einen Bewerber auf dem Papier für den Job qualifiziert, sondern auch mehr über seine Persönlichkeit erfahren. Das ist der Grund dafür, warum im Lebenslauf Hobbys und Interessen genannt werden können. Aber ist das sinnvoll? Und wenn ja, welche Hobbys und Interessen bieten sich an? Antworten auf diese Fragen finden Sie in diesem Ratgeber – inklusive Formulierungsbeispielen, Tipps zur Auswahl und möglichen Fehlerquellen.

Ist es sinnvoll, Hobbys und Interessen im Lebenslauf zu erwähnen?

Die Entscheidung, ob Hobbys und Interessen im Lebenslauf überhaupt genannt werden, liegt beim Bewerber. Es gibt keinen Zwang hierzu, und längst nicht jeder Bewerber entscheidet sich für die Angabe. Auch unter Personalern gehen die Meinungen über die Sinnhaftigkeit dieser Angabe auseinander. Für viele Entscheidungsträger stellen private Interessen eines Kandidaten keinen Mehrwert dar.

Andererseits bietet die Angabe von Hobbys im Lebenslauf Bewerbern die Chance, zusätzlich zu punkten. Dafür sollten allerdings nicht einfach beliebig einige Hobbys genannt, sondern eine durchdachte Auswahl vorgenommen werden. Mit Hobbys, die relevant für den Job sind, können sich Bewerber von ihren Konkurrenten um den Job abheben. Auch, wenn das Hobby für bestimmte Soft Skills steht, die im Beruf nützlich sind, kann sich die Nennung lohnen.

Besonders bei sehr erfahrenen und gut qualifizierten Bewerbern macht die Nennung von Hobbys und privaten Interessen oft keinen entscheidenden Unterschied. Anders kann es bei Berufseinsteigern oder Quereinsteigern aussehen, die möglicherweise formell weniger qualifiziert sind. Ein Hobby kann die Ernsthaftigkeit der Bewerbung betonen und das tiefgehende Interesse des Bewerbers an einem bestimmten Thema untermauern. Nicht zuletzt kommt es darauf an, um welche Hobbys es sich handelt.

Welche Hobbys und Interessen lohnen sich im Lebenslauf?

Viele Bewerber vernachlässigen die Rubrik „Hobbys und Interessen“. Wird sie überhaupt verwendet, dann enthält sie oft eine Aufzählung von Allerweltshobbys – etwa „lesen, Filme, Musik hören“. Damit sticht der Bewerber jedoch nicht aus der Masse hervor, sondern wirkt schnell beliebig. Der Personaler hat nicht wirklich mehr über ihn erfahren.

Geeignet sind vielmehr Hobbys, die etwas mit dem Beruf zu tun haben. Wer etwa eine Position im Tierheim anstrebt und schon seit Jahren mit den Hunden im Tierheim Gassi geht, der ist durch sein Hobby durchaus zusätzlich qualifiziert. Es zeigt, dass hinter der Bewerbung echtes Interesse steckt – und der Kandidat das Tierheim bereits kennt und mit den Tieren dort umgehen kann.

Ebenfalls geeignet sind Hobbys, die für bestimmte persönliche Merkmale stehen. Ist etwa Teamfähigkeit im Job gefragt, kann die schon seit Jahren ausgeübte Mannschaftssportart einen Pluspunkt darstellen. Auch, wer durch Hobbys Verantwortungsbewusstsein, Stressresistenz oder soziale Kompetenzen zeigt, kann sich damit von Mitbewerbern absetzen. Was sich am besten eignet, hängt immer auch vom angestrebten Job und den damit verbundenen Voraussetzungen ab. Wer eine Führungsposition anstrebt, kann sich durch einen Posten als Trainer eines Sportvereins oder andere verantwortliche Posten profilieren.

Bestimmte Hobbys eignen sich nicht

Auch ein (ernsthaft ausgeübtes) Ehrenamt kann den Lebenslauf schmücken. Bewerber, die soziales Engagement zeigen, zeigen damit ihre Einsatzbereitschaft für andere. Das kommt bei vielen Arbeitgebern gut an.

Allerdings sollten nur Hobbys und Interessen genannt werden, die tatsächlich ein fester Bestandteil im Leben des Kandidaten sind. Wer „Skifahren“ angibt, aber nur alle paar Jahre dazu kommt, der kann diese Angabe gleich weglassen. Außerdem sollten Kandidaten sich darauf vorbereiten, dass der mögliche Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch nachhakt und mehr über das vermeintliche Hobby wissen möchte.

Manche Hobbys sind ungeeignet, um sie im Lebenslauf zu nennen. Das betrifft etwa Hobbys, bei denen davon auszugehen ist, dass der Personalverantwortliche sie nicht nur positiv oder sogar negativ sieht. Ein politisches Engagement in eine bestimmte Richtung ist ein Beispiel hierfür, ebenso eine gefährliche Sportart.

Bewerber sollten immer überlegen, was ein Hobby über sie aussagt. Die Botschaft, die beim Personaler ankommt, entscheidet schließlich darüber, ob sie in die engere Auswahl genommen werden oder nicht.

Hobbys und Interessen im Lebenslauf angeben: so geht es

Tipp: Beispiele dafür, wie man Hobbys im Lebenslauf angeben kann, finden sich auch hier: Lebenslauf-Vorlagen.

Wer sich dafür entscheidet, Hobbys und private Interessen in der Bewerbung zu nennen, kann das im letzten Abschnitt des Lebenslaufs tun. Dafür ist eine Überschrift erforderlich, die in der Regel schlicht „Hobbys und Interessen“ oder nur „Hobbys“ lautet. Auch ein anderer Titel ist möglich, er sollte aber eindeutig sein.

Bewerber sollten dabei auch auf die Rechtschreibung achten – obgleich das Wort „Hobby“ aus dem Englischen stammt, wird der Plural im Deutschen – anders als im Englischen – ebenfalls mit „y“ geschrieben, also „Hobbys“ statt „Hobbies“.

Bei der Nennung von Hobbys sollten sich Bewerber auf einige wenige beschränken. Es ist nicht sinnvoll, gleich fünf oder mehr Hobbys zu nennen. Besser sind zwei bis drei Interessen. Sonst wirkt die Angabe beliebig – oder es kommt der Verdacht auf, dass der Bewerber eine so volle Freizeit hat, dass er für Überstunden nicht zu haben ist oder aber verletzungsbedingt häufig ausfällt.

Die Hobbys werden im Lebenslauf stichpunktartig angegeben. Die Bezeichnung sollte möglichst konkret sein, vor allem, wenn es um die schon erwähnten Allerweltshobbys geht. Wer gerne reist, kann vermerken, wo er besonders gerne ist. Wer Eishockey-Fan ist, kann sein Team nennen. Und wer die Nase am liebsten in ein Buch steckt, kann angeben, welches Genre er bevorzugt. So hinterlässt der Bewerber einen persönlicheren, individuelleren Eindruck beim Personaler.

Mögliche Fehler bei der Nennung von Hobbys und Interessen

Die Nennung von Hobbys im Lebenslauf birgt Chancen, aber auch einige Risiken. Das gilt besonders in Bezug auf die Art der genannten Hobbys. Wer Hobbys angibt, die aus Sicht des Personalers negativ konnotiert sind, legt sich unnötig Steine in den Weg. Deshalb ist es nicht sinnvoll, Extremsportarten oder andere gefährliche Hobbys zu nennen. Auch Interessen, zu denen es ambivalente Meinungen gibt, sind nicht geeignet. Wer etwa Waffen sammelt, behält das besser für sich.

Bewerber sollten sich immer fragen, was ein Hobby über sie aussagt. Bei Extremsportarten geht es dem Arbeitgeber nicht nur darum, dass der Bewerber womöglich als Mitarbeiter häufiger verletzungsbedingt ausfällt. Auch die damit verbundenen Charaktereigenschaften können als unpassend empfunden werden. Risikofreude ist etwa bei Berufen im Controlling weniger gefragt.

Auch passive Hobbys sind weniger hilfreich. Wer angibt, gerne Serien zu gucken oder ins Kino zu gehen, zeigt damit keine eigene Aktivität. Besser geeignet sind Hobbys, bei denen der Kandidat etwas Neues lernt, mit anderen zu tun hat oder Fähigkeiten vertieft.

Hobbys nur für den Lebenslauf? Ein No-Go

Ein Fehler wäre es auch, Hobbys anzugeben, die nur den Lebenslauf schmücken sollen. Vielen Bewerbern ist klar, dass sie mit geeigneten Interessen Eindruck machen können – und nennen dann Interessen, die sie tatsächlich gar nicht haben. Das kann jedoch schnell auffliegen – und verkehrt den guten Eindruck im Nu ins Gegenteil.

Absehen sollten Bewerber auch davon, Hobbys in der Bewerbung zu nennen, die sehr zeitintensiv sind. Alles, was dem Personaler das Gefühl gibt, dass die Freizeit für den Kandidaten eine wichtigere Rolle spielt als der Job, ist kontraproduktiv.