Ausbildung im Lebenslauf angeben: Muster, Fehler & Tipps

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Ausbildung im Lebenslauf angeben: Muster, Fehler & Tipps

Wer eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, muss das im Lebenslauf erwähnen. Schließlich ist sie eine wichtige Qualifikation. Aber wie gelingt das am besten? Und welche Fehler sollten Bewerber nicht machen? Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserem Ratgeber. Formulierungsbeispiele geben Bewerbern Orientierung für den eigenen Lebenslauf.

Ausbildung im Lebenslauf aufführen: so geht es

Tipp: Professionelle Vorlagen mit Formulierungsbeispielen finden sich auch hier: Lebenslauf-Vorlagen.

Welche Bildung ein Bewerber genossen hat, ist für Arbeitgeber interessant. Dabei handelt es sich um eine wichtige Qualifikation für einen angestrebten Job. Deshalb dürfen die Angaben zum Bildungsweg auch in keinem Lebenslauf fehlen. Auch eine abgeschlossene Berufsausbildung gehört in diese Rubrik – ebenso wie der höchste Schulabschluss, wenn der Bewerber noch wenig Berufserfahrung hat. Wer schon länger im Berufsleben steht, kann auf die Nennung des Schulabschlusses verzichten. Er ist zu diesem Zeitpunkt für Arbeitgeber nicht entscheidend.

Angegeben werden sollten im Lebenslauf einerseits die Bezeichnung der Ausbildung oder die Bezeichnung des Abschlusses. Wichtig ist auch, bei welcher Institution die Ausbildung gemacht wurde, welche Bereiche sie umfasst hat und, falls zutreffend, welche Spezialisierung damit verbunden war.

Bildungsweg im Lebenslauf: chronologisch oder antichronologisch?

Die einzelnen Stationen des Bildungswegs sollten im Lebenslauf unter Angabe des zeitlichen Rahmens stichpunktartig aufgeführt werden. Angegeben werden Monat und Jahr. Die konkrete Schreibweise ist dem Bewerber überlassen.

Möglich sind etwa Angaben wie „07/2017 – 09/2018“, „Juli 2017 – September 2017“ oder „seit 07/2017“. Wer seine Ausbildung noch nicht beendet hat, wählt eine Formulierung analog zum letztgenannten Beispiel. Wann die Ausbildung voraussichtlich erfolgreich beendet sein wird, sollte in diesem Fall ebenfalls ergänzt werden. So kann sich der Personalverantwortliche darauf einstellen, ab wann der Bewerber für sein Unternehmen verfügbar wäre.

Die jeweiligen Stationen des Bildungswegs können entweder antichronologisch oder chronologisch genannt werden. Üblich ist die antichronologische Vorgehensweise, bei der die jeweils aktuellste Station an oberster Stelle genannt wird. Sie ist besonders übersichtlich, weil der potenzielle Arbeitgeber die wichtigsten Informationen zuerst sieht. Was länger zurückliegt, ist meist auch weniger relevant.

Die chronologische Aufzählung kommt am ehesten für Berufseinsteiger infrage, die noch nicht viele Erfahrungen gemacht haben. Einen Vorteil bietet diese Vorgehensweise meist jedoch nicht. Sie kann eine Option sein, wenn Bewerber eine derzeitige Arbeitslosigkeit ein Stück weit kaschieren möchten. Diese rückt dann in den Hintergrund.

Muster: So kann die Ausbildung beispielhaft im Lebenslauf genannt werden

Im Lebenslauf wird der Zeitraum der jeweiligen Station auf der linken Seite vermerkt. Nach einem Doppelpunkt oder einigen Leerzeichen folgt die Bezeichnung des Abschlusses, wenn die Ausbildung des Bewerbers beschrieben wird. Anschließend gehören Angaben zur Institution und dem Ort in den Lebenslauf.

Falls eine spezielle Fachrichtung während der Ausbildung erlernt wurde, sollte diese unmittelbar nach der Bezeichnung der Ausbildung erwähnt werden. Im Anschluss an diese Informationen können Bewerber ihre Abschlussnote nennen, wenn dies gewünscht ist.

So kann die Ausbildung im Lebenslauf angegeben werden:

  • „08/2016 – 09/2019: Ausbildung zum [Beruf], [Institution], Musterort. Abschlussnote: 1,8“
  • „seit 08/2018: Ausbildung als [Beruf], [Institution], Musterort“
  • „08/2016 – 09/2019: Ausbildung als [Beruf], Fachrichtung: [Fachrichtung] bei der [Institution], Musterort. Abschlussnote: 1,5“

Abschlussnote der Ausbildung angeben?

Immer wieder kommt die Frage auf, ob Abschlussnoten im Lebenslauf genannt werden sollten. Das liegt prinzipiell beim Bewerber. Es hängt in erster Linie von der Note ab, ob es förderlich ist, sie zu nennen. Sehr gute Noten sollten also keinesfalls fehlen. Auch gute Noten sprechen für den Bewerber. Wer die Ausbildung hingegen nicht ganz so positiv beendet hat, der lässt die Nennung der Noten lieber weg. Sonst könnte der Bewerber seine Chancen auf eine positive Rückmeldung verschlechtern – und das ganz ohne Not.

Vieles spricht dafür, im Fall einer Nennung der Ausbildungsnote auch andere Noten aufzuführen. Es ist konsistenter, zusätzlich auch die Note des Schulabschlusses zu nennen. Wer darüber hinaus sogar noch studiert hat und mit dem Studium fertig ist, der sollte entsprechend auch hier die Abschlussnote angeben.

Wenn die Noten allerdings sehr unterschiedlich ausgefallen sind, müssen sie nicht zwangsläufig bei allen wichtigen Stationen des Bildungswegs erwähnt werden. Auch das wäre kontraproduktiv. Im Zweifel nennen Sie also nur die Note Ihrer Abschlussprüfung – wenn sie gut genug war. Nur die Schulnote zu nennen, aber bei der Ausbildung auf die Note zu verzichten, ist hingegen nicht empfehlenswert. Es liegt dann nahe, dass sie nicht genannt wurde, weil sie nicht gut genug war.

Mögliche Fehler, die Bewerber vermeiden sollten

Damit die Ausbildung optimal im Lebenslauf dargestellt wird, gilt es für Bewerber, bestimmte Fehler zu vermeiden. Ein Fehler wäre es zum Beispiel, wenn die Angaben über die Ausbildung nicht vollständig sind. Fehlen jedoch wichtige Angaben, kann das Fragezeichen beim Personalverantwortlichen hervorrufen. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle nötigen Angaben vermerkt haben.

Es wäre auch ein Fehler, eine Note zu nennen, die nicht förderlich für die Chancen des Bewerbers ist. Was gut genug ist, hängt auch von der konkreten Ausbildung ab. Allgemein sollte die Note jedoch mindestens einem „gut“ entsprechen. Ein Notenschnitt deutlich über 2,0 ist meist nicht hilfreich.

Falsche Angaben im Lebenslauf sind ein No-Go. Kommen sie ans Licht, war es das meist mit der Bewerbung. Ein bereits eingestellter Mitarbeiter kann unter Umständen entlassen werden. Flüchtigkeitsfehler sind ärgerlich und sollten vermieden werden. Sie sind jedoch weniger problematisch als eine bewusst falsche Darstellung. Wer Angaben erfindet oder beschönigt, geht damit ein großes Risiko ein.