Volkswagen und Porsche – die Analyse

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Hallo liebe “ Spirofrogger “ es ist mal wieder an der Zeit die Übernahmeschlacht von Volkswagen und Porsche etwas näher zu beleuchten, nachdem wir in den letzten Monaten ja schon öfter darüber geschrieben haben.

Denn beide Firmen zählen für uns zu den spannendsten Arbeitgebern in Europa.

Mit der vor kurzem zu Ende gegangenen Übernahmeschlacht um VW und die Porsche SE vormals Porsche AG aus Stuttgart Zuffenhausen endet eine noch nie dagewesene Übernahme, die auf dem deutschen Börsenparkett stattfand ( und natürlich hinter den Kulissen ). :-)

Wenn man sich den folgenden Chart anschaut, wird man feststellen, dass es zu einigen Kapriolen kam, und viele Banker, Financiers und Anleger waren Teil des Spieles, welches die Familie Porsche und Piech in den letzen Jahren spielten.

Was war passiert?

Die Volkswagen AG war seit Jahren Europas grösster Automobilkonzern und notorisch unterbewertet, trotz eines Umsatzes von ca. 100 Mrd. Euro per annum wohlgemerkt.

Volkswagen, ausgestattet mit einem Aktionär namens – das Land Niedersachsen hatte ca. 265 Mio Aktien im Umlauf, welche gerade in den Jahren 2003-2006 nur ca. 30- 40 Euro wert waren.

Die Firmen
Dh. die Firma ( der VW Konzern) war teilweise nur mit 8-15 Mrd. Euro bewertet bei ca. 100 Mrd. Umsatz ( aktuell macht VW ca. 113 Mrd. Euro )

Dieser Zustand war den Familien Porsche und Piech ein Dorn im Auge und so beschlossen Sie, dass die familieneigene Porsche AG die 10 -mal größere VW übernehmen sollte!

Klar, Porsche hatte zu dem Zeitpunkt ca. 1-2 Mrd. Euro Gewinn per annum eingefahren, und war der profitabelste Auto Konzern der Welt für viele Jahre! Dank zweier Autos dem 911ér , dem Boxster und später dann dem Cayenne sowie dem Boxster Bruder Cayman.

Alle Stammaktien der Porsche AG wurden traditionell von den Familien gehalten, und so konnte hier an dieser Baustelle nichts passieren.

Als im Jahr 2008 – Porsche dann seine Anteile und Optionen an den VW Stammaktien teilweise deutlich erhöhte kam es zu der „skurillen“ Geschichte, dass Porsche mehr Gewinn- als Umsatz ausweisen konnte :-)
– Und der VW Konzern auf einmal im DAX 27 % der Bewertung hatte.

Hier das Zitat: “ Im vierten Quartal 2009 hatte der Großaktionär Porsche verkündet, seinen Anteil an VW auf über 40% erhöht zu haben. Diese Nachricht löste eine Kursralley aus, in deren Folge die VW-Stammaktie mit über 1.000 Euro an der Börse notierte. Der Konzern avancierte so kurzfristig zum wertvollsten Unternehmen weltweit. Institutionelle Anleger hatten eher auf fallende Kurse gesetzt und einige Hedge-Fonds mussten immens Geld zuschießen, hatten sie doch Leerverkäufe getätigt und mussten VW-Aktien teuer zukaufen. Im weiteren Verlauf wurde Porsche der Kursmanipulation bezichtigt. In der Tat wies Porsche 2008 ein operatives Ergebnis aus, das dank der Börsengeschäfte über dem Umsatz lag. Die Deutsche Börse hatte im Zuge der VW-Kursralley die Gewichtung im Dax von 27% auf 10% zurückgenommen. Porsche ist seit dem 5. Januar 2009 mit einem Stimmrechtsanteil von 50,76% der größte Aktionär von VW. Mit dem Land Niedersachsen und der Bundesregierung streitet der Stuttgarter Sportwagenbauer um die Rechtmäßigkeit des revidierten VW-Gesetzes, dass dem Land mit gut 20% der Stimmrechte weiterhin eine Sperrminorität gewährt.

Das VW Gesetz:
Nachdem aber das VW Gesetz Bestand hielt, waren die Karten von Porsche, deren Ziel es war 75 % aller Aktien in den Händen zu halten, um damit einen Gewinnabführungsvertrag ( aller Gewinne der VW sollten an Porsche überwiesen werden ) zu realisieren, ins Wanken.
VW Gesetz – Wikipedia

Die Krise und das Ende

Da zusätzlich auch noch das operative Geschäft aufgrund der Wirtschafts – und Finanzkrise ins trudeln kam,
wuchs bei Porsche die Verschuldung derart an, dass Sie ohne einen Kapitalgeber nicht überleben konnten, bzw. Sie Ihre Optionen auf VW Aktien nicht weiter bedienen konnten, bzw. geschweige denn im Stande waren diese auszulösen ( also in Aktien zu wandeln. ) – Ich will hier gar nicht darauf eingehen, dass sich einige Banken über das Verhalten der Herren Wiedeking bzw. Härter ( der CFO ) geärgert haben, da die Banken nie genau wussten, was gespielt wurde.

Mit dem Scheich von Quatar wurde dann im Frühsommer 2009 dringend nach einer Lösung gesucht, doch nach internen, familiären Querelen wurde dann die Lösung herumgedreht und nun kauft VW die Porsche AG!

Skuril, spannend und lehrreich!

In diesem Sinne, „Happy Trading“