Bildungsweg im Lebenslauf angeben: Muster, Fehler & Tipps

1222
Bildungsweg im Lebenslauf angeben: Muster, Fehler & Tipps

Zu den Informationen, welche ein Personalverantwortlicher aus einem Lebenslauf entnehmen kann, gehört auch der Bildungsweg des Kandidaten. Welchen Schulabschluss er hat, ob er eine Ausbildung gemacht oder studiert hat, lässt sich am Lebenslauf ablesen. In diesem Ratgeber geben wir Bewerbern Tipps und Beispiele für die richtige Formulierung. Außerdem erfahren Sie, welche Fehler Sie beim Thema Bildungsweg im Lebenslauf nicht machen sollten.

Bildungsweg: Welche Stationen sind bei einer Bewerbung relevant?

Im Lebenslauf geht es darum, welche formellen Qualifikationen und Erfahrungen ein Bewerber vorweisen kann. Dazu gehört neben der Berufserfahrung und bestimmten Kenntnissen und Fähigkeiten auch der Bildungsweg. Er ist ein essenzieller Bestandteil jedes Lebenslaufs.

Bevor Sie mit der Formulierung beginnen, sollten Sie überlegen, welche Erfahrungen wichtig aus Sicht des potenziellen Arbeitgebers sind. Immer vernachlässigt werden können frühe Erfahrungen in der Schule. Es ist nicht von Interesse, welche Grundschule ein Kandidat besucht hat. Außerdem gilt: Jeder höhere Abschluss setzt eine entsprechende Qualifikation voraus. Wer studiert hat, hat Abitur oder Fachabitur.

Wer schon etwas mehr Berufserfahrung hat, lässt die Schulbildung ganz weg. Gerade, wenn die Schulzeit schon lange zurückliegt, spielt sie für ein Unternehmen keine nennenswerte Rolle mehr.

Anders sieht es aus, wenn der Bewerber noch wenig berufserfahren ist. In diesem Fall ist es sinnvoll, den höchsten Schulabschluss im Lebenslauf aufzuführen. Hat der Kandidat eine Ausbildung gemacht oder studiert, dürfen die entsprechenden Stationen ebenfalls nicht fehlen. Wer beides vorweisen kann – eine abgeschlossene Berufsausbildung und einen Studienabschluss –, nennt auch beides im Lebenslauf. Eine Ausnahme besteht nur, wenn eines von beidem nichts mit dem angestrebten Job zu tun hat.

So werden die einzelnen Stationen im Lebenslauf angegeben

Tipp: Unsere Lebenslauf-Muster bieten ebenfalls einen guten Überblick und beinhalten Formulierungsbeispiele.

Wenn klar ist, welche Informationen in den Lebenslauf gehören, geht es an die Formulierung. Wie bei den anderen Erfahrungen ebenfalls üblich sollten Bewerber hier tabellarisch vorgehen. Erwähnen Sie die wichtigen Stationen des Bildungswegs in Form von Stichworten.

Immer genannt werden sollte der Zeitraum der jeweiligen Station. Angegeben wird er in Form von Monat und Jahr, etwa so: „08/2017 – 09/2019“ oder „August 2017 – September 2019“. Ist eine Erfahrung noch nicht abgeschlossen, verwenden Sie einfach die Formulierung „seit XX/XXXX“. Sie können erwähnen, wann Sie voraussichtlich einen Abschluss haben werden. Etwa so: „voraussichtliches Ende: 09/2020“.

Der Zeitraum steht links am Anfang der jeweiligen Qualifikation. Anschließend wird vermerkt, um welche Erfahrung es sich handelt, etwa „Ausbildung zum Konditor“ oder „Besuch der Oberstufe und Abitur“. Nun folgt eine Angabe zur Institution, also der Schule oder einer anderen Bildungseinrichtung. Auch der Ort sollte genannt werden.

So könnte das aussehen: „Seit 10/2018: Studium der [Studienrichtung], Beispieluniversität Musterstadt“. Oder auch so: „10/2015 – 09/2018: Studium der [Fachrichtung], Beispieluniversität, Musterstadt. Abschlussnote: 1,2“.

Noten erwähnen oder nicht?

Wenn es sinnvoll erscheint, können Noten erwähnt werden. Je besser die Noten, desto empfehlenswerter ist das. Es ist sinnvoll, entweder gar keine Noten zu nennen oder aber sie bei jeder Station des Bildungswegs anzugeben. Welche Noten gut genug sind, ist ein Stück weit Ansichtssache. Besonders förderlich sind Noten unter 2,0. Ab einem Notenschnitt von etwa 2,5 wirken die Noten jedoch nicht qualifizierend oder können sogar Zweifel an der Eignung des Bewerbers wecken.

Ist die Note des Studiums oder der Ausbildung deutlich besser als die des höchsten Schulabschlusses, kann auch auf die Nennung der Schulnote verzichtet werden. Umgekehrt ist es schwieriger, weil dann die aktuellere Beurteilung fehlt – und damit die Information, die aus Sicht des Personalers wichtiger ist. Dass die Note nicht aufgeführt wurde, legt nahe, dass sie nicht sonderlich gut war.

Die richtige Reihenfolge der Stationen des Bildungswegs

Auch die Reihenfolge, in der die einzelnen Stationen des Bildungswegs im Lebenslauf verzeichnet werden, spielt eine Rolle. Grundsätzlich sollten Bewerber überlegen, ob sie chronologisch oder antichronologisch vorgehen möchten.

Deutlich verbreiteter ist die antichronologische Aufzählung, die die aktuelleren Erfahrungen und Abschlüsse in den Vordergrund rückt. Eine chronologische Vorgehensweise kann im Ausnahmefall sinnvoll sein, wenn etwa eine gegenwärtige Arbeitslosigkeit nicht sofort ins Auge springen soll oder aber der Bewerber noch wenig berufserfahren und der Lebenslauf entsprechend kurz ist.

Wer sich für eine antichronologische Aufzählung entscheidet, nennt entsprechend zuoberst den höchsten Bildungsabschluss. Dahinter folgt die jeweils zeitlich davorliegende Erfahrung, etwa der Schulabschluss. Etwas knifflig kann es werden, wenn Bewerber sowohl erfolgreich studiert als auch eine Ausbildung gemacht haben.

Waren Ausbildung und Studium im selben Bereich, sollte das Studium zuoberst genannt werden. Strebt der Bewerber eine Tätigkeit an, die mit dem Studium weniger zu tun hat, dafür aber mit der Ausbildung, verhält es sich umgekehrt. Ist eines von beiden für den jetzigen Beruf irrelevant, kann die entsprechende Angabe im Lebenslauf auch ganz weggelassen werden.

Studium im Lebenslauf darstellen: Inhalte und Schwerpunkte nennen?

Wer studiert hat, kann im Lebenslauf erwähnen, wo seine Schwerpunkte lagen. Wichtige Projekte können ebenfalls genannt werden. Es kommt bei der Abwägung in erster Linie darauf an, wie wichtig das Studium für den möglichen Arbeitgeber wahrscheinlich ist.

Je stärker die eigenen Chancen vom Studium abhängen, desto detaillierter sollten die Studieninhalte stichpunktartig beschrieben werden. Ist das Studium hingegen vermutlich nicht entscheidend, reicht es, die reinen Eckdaten dieser Bildungsstation zu notieren.

Was ist mit einer abgebrochenen Ausbildung oder einem Studium?

Dass ein Auszubildender seine Ausbildung abbricht oder ein Student sein Studium hinschmeißt, ist keine Seltenheit. Wer eine solche Station in der eigenen Vita hat, ist jedoch häufig unsicher, wie er damit bei einer Bewerbung umgehen soll. Soll die abgebrochene Station erwähnt werden? Oder lieber nicht? Es kommt darauf an.

Liegt der Abbruch schon länger zurück und sind Sie heute in einem anderen Feld tätig, lassen Sie die Angabe einfach weg. Sie würden damit nur schlafende Hunde wecken und müssten den Abbruch womöglich im Bewerbungsgespräch erklären. Hat die abgebrochene Ausbildung oder das Studium inhaltlich jedoch noch eine Relevanz, kann es im Einzelfall sinnvoll sein, diese Erfahrung zu erwähnen.

Wer etwa vor Jahren zwei Semester lang Landschaftsarchitektur studiert hat und nun den Quereinstieg in den Garten- und Landschaftsbau plant, zeigt damit, dass sein Interesse schon länger besteht. Außerdem hat er in der Zeit an der Uni etwas gelernt, das ihm im Beruf nützlich sein kann. Bewerber sollten sich in solchen Fällen darauf einstellen, die Gründe für den Abbruch zu erläutern. Im Vorstellungsgespräch kommt er garantiert zur Sprache.

So nicht: Diese Fehler sind kontraproduktiv

Damit die Angabe der eigenen Bildungsstationen im Lebenslauf die Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch verbessert, sollten Bewerber bestimmte Fehler vermeiden. Wenig förderlich wäre etwa, wenn die Angaben unvollständig sind.

Heikel ist die Nennung von Erfahrungen, die nicht erfolgreich abgeschlossen worden sind. Bewerber sollten etwa bei einem abgebrochenen Studium gut überlegen, ob es sinnvoll ist, diese Tatsache freiwillig zu erwähnen. In manchen Fällen ist das tatsächlich angezeigt, in anderen würde es hingegen ein schlechtes Licht auf den Bewerber werfen.

In jedem Fall sollten die Gründe für den Abbruch im Vorstellungsgespräch erklärt werden können. Für den möglichen Arbeitgeber geht es auch darum, wie ernsthaft der Kandidat vorgeht. Ein sprunghafter Bewerber könnte schließlich auch beim eigenen Unternehmen ganz schnell wieder weg sein.

Auch auf die Wortwahl sollte geachtet werden. Wird ein abgebrochenes Studium erwähnt, ist nicht nötig, zu schreiben, dass es „abgebrochen“ wurde. Schreiben Sie einfach nichts – der fehlende Abschluss fällt ohnehin auf. Es ist auch möglich, „ohne Abschluss“ zu schreiben. Das wirkt weniger negativ.