Schichtarbeit in der Bewerbung anführen: Formulierungen & Beispiele

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Schichtarbeit in der Bewerbung anführen: Formulierungen & Beispiele

Viele Jobs gehen mit Schichtarbeit einher. Das kann eine Belastung für Körper und Psyche sein. Für Personaler/innen ist die Bereitschaft zu Schichtarbeit deshalb ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung, welche Bewerber/innen in die engere Wahl gezogen werden. In diesem Artikel erfährst du, wie du diese Bereitschaft in deiner Bewerbung darlegen kannst – samt Formulierungsbeispielen.

Schichtarbeit: In vielen Jobs wird sie vorausgesetzt

Der klassische (Vollzeit-)Arbeitstag dauert für viele Beschäftigte von 9 bis 17 Uhr. In immer mehr Firmen weicht man zwar mit flexibleren Arbeitszeitmodellen von diesem starren Rahmen ab, trotzdem arbeitet nach wie vor der Großteil der Arbeitnehmer/innen tagsüber. In manchen Jobs findet die Arbeitstätigkeit hingegen auch nachts, spätabends oder in den frühen Morgenstunden statt. Schichtarbeit ist etwa typisch für das produzierende Gewerbe; die Produktion muss schließlich weiterlaufen, weil die/der Arbeitgeber/in sonst Verluste machen würde und seine Produkte nicht in ausreichender Menge ausliefern könnte. Das bedeutet, dass rund um die Uhr jemand vor Ort sein muss, der sicherstellt, dass alles nach Plan läuft.

Schichtdienste gibt es auch in Medizin und Pflege, etwa in Krankenhäusern oder Reha-Einrichtungen. Auch Verkäufer/innen in Supermärkten und anderen Bereichen des Einzelhandels, aber auch Servicekräfte in Gastronomie und Hotellerie und Köch/innen arbeiten typischerweise in mehreren Schichten. Überall dort, wo Beschäftigte in einer bestimmten Position länger als acht Stunden am Tag gebraucht werden, führen Arbeitgeber/innen mehrere Arbeitsschichten ein.

Schichtarbeit als Herausforderung für Gesundheit und Psyche

Sind solche Stellen zu besetzen, findet sich in vielen Stellenanzeigen ein Hinweis auf die Schichtarbeit. Dort heißt es dann etwa, dass die Bereitschaft zu Schichtarbeit vorausgesetzt wird. Dass Arbeitgeber/innen schon in der Stellenausschreibung auf die wechselnden Arbeitszeiten eingehen, hat einen guten Grund: Längst nicht jede/r Bewerber/in ist dazu bereit, auch zu Randzeiten zu arbeiten.

Schichtarbeit kann etwa für Arbeitnehmer/innen mit Familie oder Partner/in zum Problem werden. Wer häufig nachts arbeitet, schläft tagsüber. Dadurch sieht man selbst Menschen im selben Haushalt häufig vergleichsweise selten, außerdem kann es bei Tageslicht und den damit verbundenen Umgebungsgeräuschen schwer sein, die nötige Ruhe für guten Schlaf zu finden.

Schichtarbeit ist auch für den Körper eine Belastungsprobe. Der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus gerät dauerhaft aus dem Takt, weil sich der Organismus nie an einen gleichbleibenden neuen Rhythmus gewöhnen kann. Die Arbeitszeiten schwanken schließlich häufig von Tag zu Tag. Manche Menschen können sich an Schichtarbeit mit stark schwankenden Arbeitszeiten nie richtig gewöhnen, sie entwickeln dann etwa Schlafstörungen, sind ständig müde oder niedergeschlagen. Dass man sich mit einer Schichtarbeit nicht anfreunden kann, kann letztlich ein Kündigungsgrund für Arbeitnehmer/innen sein.

Warum es wichtig ist, die Bereitschaft zu Schichtarbeit in der Bewerbung zu erwähnen

Wer für einen Job mit Schichtarbeit eine Bewerbung schreibt, sollte betonen, dass die Schichtarbeit kein Problem für ihn darstellt. Bewerber/innen, die auf dieses Thema in ihrer Bewerbung nicht eingehen, können den Eindruck erwecken, dass sie den Hinweis des/r Arbeitgebers/in überlesen haben oder sich keine Gedanken über die wechselnden Arbeitsschichten gemacht haben.

Für die/den Arbeitgeber/in wäre es ein Risiko, eine/n solche/n Kandidat/in einzustellen. Womöglich stellt die/der neue Mitarbeiter/in schon nach kurzer Zeit im neuen Job fest, dass die Schichtarbeit nichts für sie/ihn ist.

Um mögliche falsche Schlussfolgerungen von Personaler/innen zu vermeiden, empfiehlt es sich, in der Bewerbung auf die Schichtarbeit zu sprechen zu kommen. Das geht am besten im Anschreiben.

Bereitschaft zu Schichtarbeit im Anschreiben darstellen

Worauf kommt es an, wenn man bei einer Bewerbung für Schichtarbeit Formulierungen für das Anschreiben auswählt? Wichtig ist einerseits, dass du in deiner Bewerbung überhaupt auf das Thema Schichtarbeit zu sprechen kommst. Andererseits entscheidet die jeweilige Formulierung darüber mit, welcher Eindruck bei einer/m möglichen Arbeitgeber/in entsteht.

Natürlich kannst du einfach schreiben, dass du mit Schichtarbeit kein Problem hast. So handhaben es viele Bewerber/innen. Besser ist es aber, wenn du deutlich machen kannst, worauf sich diese Einschätzung gründet. Im besten Fall hast du schon Erfahrungen mit Schichtarbeit gemacht und kannst deshalb sicher sagen, dass dich die wechselnden Schichten nicht stören. Das ist aus Sicht von Arbeitgeber/innen glaubwürdiger als die erstgenannte Variante.

Wenn du noch keine Erfahrung mit Schichtarbeit hast, muss das kein Problem sein. Es kann sich in diesem Fall lohnen, deine Bereitschaft zu Schichtarbeit im Anschreiben etwas detaillierter zu beschreiben. So kannst du in einem oder zwei Sätzen formulieren, warum du dir eine Tätigkeit mit Schichtarbeit gut vorstellen kannst. Vielleicht bist du flexible Arbeitszeiten gewöhnt oder kannst dich schnell an wechselnde Umstände gewöhnen. Vielleicht hast du auch eine/n Partner/in, die/der in Schichtarbeit tätig ist, und weißt daher, was das im Alltag bedeutet.

Bewerbung für Schichtarbeit: Vorlagen & Beispiele

Wie kann es klingen, wenn man seine Bereitschaft zu Schichtarbeit in der Bewerbung beschreibt? Die folgenden Formulierungen zeigen dir, was möglich ist, wenn du im Anschreiben auf diesen Aspekt eingehst.

  • „Dass die Tätigkeit mit Schichtarbeit einhergeht, ist für mich kein Problem. Ich habe in meinem Job als XY bei XY bereits in Wechselschichten gearbeitet und kam damit gut klar.“
  • „Während meines Studiums hatte ich einen Nebenjob als Servicekraft bei der Beispiel-Tankstelle. Dort habe ich fast ausschließlich Nachtschichten übernommen – was für mich nie ein Problem war. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wechselnde Schichten im Rahmen einer Tätigkeit als XY bei Ihnen ebenfalls gut machbar für mich wäre.“
  • „In meinem Berufsleben habe ich beides kennengelernt: Klassische Bürojobs mit fixen Arbeitszeiten und Schichtarbeit mit stets wechselnden Zeiten. Letztlich hat beides seine Reize, gegenwärtig kann ich Schichtarbeit sogar mehr abgewinnen – und suche deshalb ganz gezielt einen Job mit Schichtarbeit.“
  • „Mit Schichtarbeit habe ich bisher keine Erfahrungen gemacht, wohl aber mit flexiblen Arbeitszeiten. Ich kann mich an wechselnde Umstände sehr gut anpassen und glaube, dass sich Schichtarbeit gut in meinen Alltag einfügen würde.“