Praktika im Lebenslauf angeben: Muster, Fehler & Tipps

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Praktika im Lebenslauf angeben: Muster, Fehler & Tipps

Praktika können den Lebenslauf schmücken. Das gilt besonders, wenn der Bewerber noch wenig (oder gar nicht) berufserfahren ist. Ein Praktikum stellt dann eine wichtige praktische Erfahrung dar. Doch wie wird das Praktikum richtig im Lebenslauf angegeben – und ist das wirklich immer empfehlenswert? Wir haben Tipps für das richtige Vorgehen und die Formulierung. Außerdem erfahren Sie, welche Fehler Sie bei der Angabe von Praktika in der Bewerbung nicht machen sollten.

Der Wert von Praktika im Lebenslauf

Gerade junge Bewerber können mit Praktika punkten, wenn sie sich um eine Stelle bewerben. Bei wem es etwa um den ersten „richtigen“ Job geht, der zeigt mit absolvierten Praktika, dass er in der beruflichen Praxis nicht ganz unerfahren ist. Abhängig von der Dauer und Ausgestaltung eines Praktikums kann damit sogar eine gewisse Verantwortung verbunden sein. In vielen Praktika können sich Praktikanten einbringen und zeigen, was sie können.

Als praktische Erfahrungen sind Praktika deshalb für Arbeitgeber interessant. Sie zeigen, welche Aspekte der Bewerber schon kennengelernt hat, stellen ihn aber auch als motiviert dar und spiegeln seine Einsatzbereitschaft wider. Nützlich ist nicht zuletzt das Praktikumszeugnis. Ist es gut ausgefallen, sollte es unbedingt an die Bewerbung angehängt werden. Das gilt zumindest dann, wenn das Praktikum relevant für die Bewerbung ist und der Bewerber nicht schon viele Arbeitszeugnisse vorzuweisen hat.

Sollte jedes Praktikum im Lebenslauf angegeben werden?

Womit wir bei der nächsten Frage wären: Wird jedes Praktikum im Lebenslauf angegeben? Nicht unbedingt. Es kommt auf das Alter und die Erfahrung des Bewerbers an, aber auch auf den inhaltlichen Fokus des Praktikums.

Ein Absolvent, der einschlägige Praktika vorweisen kann, sollte diese unbedingt in seiner Bewerbung nennen. Sie können das Zünglein an der Waage darstellen, wenn es darum geht, von den Entscheidungsträgern ausgewählt zu werden. Auch Bewerber, die erst seit wenigen Jahren im Berufsleben stehen, können mit relevanten Praktika in vielen Fällen Pluspunkte sammeln.

In diesen Fällen ist es besser, Praktika nicht aufzuführen

Ältere und berufserfahrenere Bewerber sollten hingegen überlegen, ob sich die Angabe eines Praktikums noch lohnt. Wer schon seit Jahrzehnten im selben Beruf arbeitet und dort einschlägige Erfahrungen vorweisen kann, sollte auf die Angabe eines Praktikums im Lebenslauf verzichten. Es ist aus Sicht des interessierten Arbeitgebers nicht mehr bedeutsam und die Nennung damit unnötig.

Ein lange zurückliegendes Praktikum hat in der Regel eine geringe Relevanz. Eine Ausnahme kann bestehen, wenn der Bewerber sich beruflich neu orientieren möchte. Strebt er eine Tätigkeit in einem Bereich an, den er bisher nur durch ein Praktikum kennt, kann es sinnvoll sein, dieses im Lebenslauf zu nennen.

Auch die Zahl der absolvierten Praktika kann dazu führen, dass bestimmte Erfahrungen weggelassen werden sollten. Mehr als drei oder vier Praktika sind nicht sinnvoll im Lebenslauf. Konzentrieren Sie sich in einem solchen Fall auf die wichtigsten praktischen Erfahrungen. Sonst wird der Lebenslauf zu lang.

Praktika sinnvoll im Lebenslauf angeben

Steht fest, welche Praktika im Lebenslauf erwähnt werden, geht es darum, diese optimal zu präsentieren. Für Bewerber stellt sich dabei zunächst die Frage, welcher Ort der richtige hierfür ist. Dabei gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten: Entweder, die Praktika werden in einer eigenen Rubrik aufgeführt. Oder aber, sie werden in die Rubrik „Berufserfahrung“ integriert.

Welche Variante sich besser eignet, hängt von der Einschätzung des Bewerbers ab. Geht es um viele Praktika und gibt es zugleich bereits einige Berufserfahrungen, kann es sinnvoller sein, eine eigene Kategorie für die Praktika zu erstellen. Sind die Erfahrungen insgesamt überschaubar, können sie auch alle zusammen genannt werden. In diesem Fall sollten sie zeitlich an der richtigen Stelle einsortiert werden.

Ein Praktikum wird genauso angegeben wie eine berufliche Station. Zu den Informationen, die genannt werden sollten, gehört der Zeitraum in Monat und Jahr (MM/JJJJ – MM/JJJJ) ebenso wie die Bezeichnung, der Arbeit- beziehungsweise Praktikumsgeber sowie der Ort.

Falls der Bereich, in dem das Praktikum absolviert wurde, nicht unmittelbar deutlich wird, sollte dieser spezifiziert werden. Außerdem kann es sich lohnen, einige beispielhafte Tätigkeiten oder erworbene Fähigkeiten zu nennen. So kann der Entscheidungsträger die Erfahrung besser einschätzen.

Relevante Tätigkeiten in den Vordergrund stellen

Ausgewählt werden sollten jene Tätigkeiten, die besonders relevant für die angestrebte Stelle scheinen. So zeigt der Bewerber, dass er bestimmte Aufgaben oder Abläufe schon kennt. Das wirkt qualifizierend. Hierbei lohnt es sich, die eigene Wortwahl kritisch zu hinterfragen. Aktive Formulierungen stellen den Bewerber als engagiert dar. Schlüsselbegriffe fallen schneller ins Auge.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Praktikum vom Entscheidungsträger positiv gewertet wird, hängt auch von der Formulierung im Lebenslauf ab. Die Wortwahl sollte außerdem professionell klingen. Also etwa: „Kundenservice“ statt „Anrufe entgegennehmen“ oder „Assistenz der Teamleitung“ statt „Kopien für die Teamleitung anfertigen“.

So könnte ein Praktikum im Lebenslauf angegeben werden:

„05/2018 – 07/2018: Praktikum bei der [Firma], Musterort

  • [Beispieltätigkeit]
  • [Beispieltätigkeit]
  • [Beispieltätigkeit]“

Oder so:

„06/2019: Praktikum im Bereich [Bereich], [Firma], Musterort
[Beispieltätigkeit], [Beispieltätigkeit], [Beispieltätigkeit]“

Mögliche Fehler bei der Angabe von Praktika im Lebenslauf

Wie so viele Aspekte der Bewerbung birgt auch die Angabe von Praktika im Lebenslauf Fehlerquellen. Wem einer der folgenden Fehler unterläuft, der kann damit seine Chancen auf eine positive Rückmeldung des möglichen Arbeitgebers verringern.

Vermeiden sollten es Bewerber etwa, Praktika zu nennen, die schon lange her sind oder aber die inhaltlich keine nennenswerte Relevanz für den angestrebten Job haben. Damit würden sie nicht nur ihren Lebenslauf unnötig in die Länge ziehen, sondern auch den Eindruck vermitteln, nicht zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen unterscheiden zu können.

Übertreibungen und Lügen sind tabu

Ein Fehler wäre es auch, relevante Praktika nicht mit wenigen Stichpunkten besser greifbar zu machen. Besonders Berufsanfänger haben durch Praktika häufig einen Vorteil – wenn sie ihn denn nutzen. Dazu gehört auch, Tätigkeiten in den Vordergrund zu rücken, die für den angestrebten Job qualifizieren. Je wichtiger und verantwortungsvoller die Tätigkeit, desto eher sollte sie genannt werden. Hierbei ist die Essenz gefragt: Nennen Sie nur einige wenige aussagekräftige Tätigkeiten. Platz für lange Ausführungen ist im Lebenslauf nicht.

Ebenso negativ wirken Fehler jeder Art. Bewerber sollten deshalb immer Korrektur lesen, damit Rechtschreibfehler oder unstimmige Angaben auffallen.

Durch eine gute Wortwahl können die mit einem Praktikum einhergehenden Tätigkeiten zwar wichtiger klingen. Übertreiben oder gar lügen sollten Bewerber jedoch nicht. Sie müssen sich darauf einstellen, im Vorstellungsgespräch auf die angeblichen Tätigkeiten angesprochen zu werden. Wer hier ins Stottern gerät, fliegt schnell auf. Bleiben Sie deshalb unbedingt bei der Wahrheit – die Sie aber natürlich bestmöglich darstellen können.