Einleitungssatz Bewerbung: Beispiele, Fehler & Tipps

354
Einleitungssatz Bewerbung: Beispiele, Fehler & Tipps

Der erste Satz des Bewerbungsanschreibens fällt vielen Bewerbern schwer. Sie brüten eine gefühlte Ewigkeit über den richtigen Worten. Zu Recht: Wer in der Einleitung den falschen Ton trifft, hat oft schlechte Chancen auf eine positive Rückmeldung. In diesem Ratgeber erfahren Bewerber anhand von vielen Beispielen, worauf es bei der Formulierung ankommt und welche Fehler sie vermeiden sollten.

Warum ist ein gelungener Einstieg in das Bewerbungsanschreiben so wichtig?

Personalverantwortliche bekommen häufig viele Bewerbungen auf den Tisch. Je höher der Stapel, desto schwerer wird es für den einzelnen Bewerber, aufzufallen – und damit gute Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu haben. Das gilt umso mehr, als dass viele Personaler nur einen kurzen Augenblick Zeit für die Sichtung einer Bewerbung haben.

Viele Personaler sichten zunächst den Lebenslauf. Sind die formellen Voraussetzungen gegeben, gehen sie zum Anschreiben über, um mehr über den Bewerber zu erfahren. Das erste, was sie lesen, sind die ersten Sätze. Ob der Einstieg spannend oder langweilig ist, ob er Lust auf mehr macht oder aber abschreckend wirkt, entscheidet darüber, ob der Personalverantwortliche das Bewerbungsschreiben überhaupt komplett liest.

Ein 08/15-Einstieg führt gerade bei einer großen Anzahl an Bewerbern häufig dazu, dass die Bewerbung in einer Absage mündet. Was der Kandidat im Mittelteil des Anschreibens noch zu sagen hätte, geht dann unter. Damit der Personaler überhaupt so weit liest, muss der Einstieg sitzen.

Was macht einen guten Einleitungssatz aus?

Womit wir bei der nächsten Frage wären: Was zeichnet einen guten Einstieg überhaupt aus? Ein guter erster Satz macht neugierig auf den Bewerber. Er ist spannend, manchmal lustig, manchmal provokant – aber nie langweilig.

Nicht nur der Inhalt ist wichtig, sondern auch die Formulierung an sich. Kurze Sätze in aktiver Sprache erleichtern den Lesefluss und machen es wahrscheinlicher, dass der Text weitergelesen wird. Verben sind besser als umständliche Formulierungen mit vielen Nomen. Eine gute Einleitung hat außerdem die richtige Länge: mehr als drei oder vier Sätze sind nicht empfehlenswert.

Die eine Strategie für einen gelungenen Einstiegssatz gibt es nicht. Was zum Bewerber passt und zum Weiterlesen anregt, ist grundsätzlich geeignet. Zitate können ebenso integriert werden wie persönliche Anekdoten. Es ist genauso möglich, auf die Voraussetzungen des Arbeitgebers einzugehen oder die eigene Eignung zu erläutern.

Einen Sonderfall gibt es: wenn es bereits Kontakt zum Unternehmen gab. Haben Sie Ihren Ansprechpartner schon persönlich kennengelernt oder mit ihm telefonisch gesprochen, ist es sinnvoll, diesen Umstand in den ersten Sätzen der Bewerbung zu erwähnen. Ein (hoffentlich) positiver Eindruck, den Sie hinterlassen haben, wiegt stärker als eine spannendere Formulierung.

So nicht: Fehler beim Verfassen der Einleitung einer Bewerbung

Die große Bedeutung des Einstiegs sorgt dafür, dass eine gute Formulierung Ihre Chancen verbessern kann. Umgekehrt heißt das jedoch auch, dass eine suboptimale Formulierung dazu führen kann, dass die Bewerbung auf dem Absagen-Stapel landet. Damit das nicht passiert, sollten Bewerber die folgenden Fehler vermeiden, wenn sie an den ersten Sätzen ihres Bewerbungsanschreibens feilen.

Der Einstieg enthält Floskeln und Phrasen

Einer der größten Fehler, den Bewerber beim Verfassen ihres Anschreibens machen können, ist die Verwendung von Floskeln und Phrasen. Entsprechende Sätze sind nicht nur langweilig, sie sind auch inhaltsleer. Außerdem hat der Personaler sie wahrscheinlich schon unzählige Male gelesen. Hüten Sie sich also vor Formulierungen wie „hiermit bewerbe ich mich…“, „mit großem Interesse habe ich gesehen, dass…“ oder „…deshalb bewerbe ich mich als…“.

Der Einstieg verleitet zum Gähnen

Ein langweiliger Einstieg ist keine gute Grundlage für eine erfolgreiche Bewerbung. Je stärker der Personalverantwortliche das Gefühl hat, dass er hier nichts Spannendes erfährt, desto eher legt er die Bewerbung beiseite. Sorgen Sie dafür, dass die ersten Sätze so gut sind, dass sie den Ansprechpartner förmlich in den Text hineinziehen.

Rechtschreib- und andere Fehler

Ein absolutes No-Go im Anschreiben sind Fehler jeder Art. Egal, ob ein Komma vergessen wurde oder sich ein Rechtschreibfehler eingeschlichen hat: Fehler lassen den Bewerber weniger professionell und sorgfältig wirken. Schlimmstenfalls führen sie direkt zu einer Absage. Im Einleitungssatz der Bewerbung fallen sie sofort auf.

Die Einleitung ist zu lang

Ein überzeugender Einstieg ist auf den Punkt gebracht. In wenigen Sätzen drückt der Bewerber etwas Interessantes oder Spannendes aus, und zwar kurz und knapp. Wenn die Einleitung zu lang ist, wirkt das negativ. Sie ist lediglich ein Vorgeschmack auf das, was im Hauptteil des Bewerbungsanschreibens noch kommt.

Der Einstieg ist zu vollgepackt

Wer verinnerlicht hat, dass die Einleitung kurz sein muss, steht womöglich vor dem Problem, dass er in wenigen Sätzen zu viele Informationen unterbringen möchte. Alles scheint wichtig. Diesem Fehler liegt die verbreitete Annahme zugrunde, dass das Anschreiben insgesamt alles enthalten muss, was wichtig ist. Dafür ist in dem kurzen Schreiben aber gar nicht genug Platz – weder in der Einleitung noch im weiteren Verlauf des Texts.

Reduzieren Sie den Einleitungssatz auf das Nötigste. Suchen Sie einen Aspekt heraus, den Sie in den Vordergrund stellen wollen. Eine Einleitung, die alles anreißt, aber nichts näher beschreibt, wirkt unstrukturiert und unkonkret.

Umständliche Sprache

Nicht nur die inhaltliche Idee entscheidet darüber, wie der Einstieg ankommt. Auch die Form wirkt sich aus. Verwenden Sie eine klare Sprache und leicht zu lesende Formulierungen. Kurze Hauptsätze eignen sich gut. Mehrere kurze Sätze geben dem Text mehr Dynamik. Lange Schachtelsätze sind hingegen ungeeignet. Der Empfänger der Bewerbung schaltet dabei womöglich gleich ab oder hat Schwierigkeiten, zu verstehen, was Sie ihm sagen möchten.

Beispiele & Muster für einen gelungenen Einleitungssatz im Bewerbungsanschreiben

Einen gelungenen Einstieg für das Anschreiben zu finden kostet Bewerber oft viel Zeit – und Nerven. Die Unsicherheit, welcher Einleitungssatz die gewünschte Wirkung haben könnte, ist oft groß. Es lohnt sich jedoch, an den ersten Sätzen zu feilen. In diesem Abschnitt finden Sie viele Anregungen, die Ihnen eine Vorstellung davon geben, wie ein gelungener Einstieg aussehen könnte.

Dabei gibt es nicht den einen, immer passenden Einstiegssatz. Was sich eignet, hängt vielmehr von den Umständen, dem Bewerber und nicht zuletzt der Auffassung des Empfängers ab. Überzeugend wirken jedoch nur Formulierungen, die wirklich individuell sind.

Beispiel 1: Der selbstbewusste Bewerber

„Sehr geehrte Frau Muster,
garantiert landen jeden Tag unzählige Bewerbungen auf Ihrem Schreibtisch. Die gute Nachricht: Sie haben den richtigen Kandidaten nun gefunden. Denn ich bringe genau das mit, was Sie suchen – und habe schon Ideen, die Ihr Unternehmen weiterbringen können.“

Beispiel 2: Mit relevanten Soft Skills punkten

„Sehr geehrter Herr Muster,
belastbar, kreativ und kommunikativ – so soll er sein, Ihr künftiger Mitarbeiter im Bereich [Bereich]. In dieser Beschreibung finde ich mich wieder. Warum diese Adjektive für mich mehr sind als leere Worte, erkläre ich Ihnen gerne.“

Beispiel 3: Persönlichen Kontakt beschreiben

„Sehr geehrte Frau Musterfrau,
auf der [Bezeichnung]-Messe haben wir uns am [Datum] persönlich kennengelernt. Was Sie mir über [Beispiel] erzählt haben, fand ich besonders spannend – und möchte deshalb gerne in diesem Bereich neue Lösungen für Ihr Unternehmen erarbeiten.“

Beispiel 4: Motivation beschreiben

„Sehr geehrte Frau Muster,
seit ich mich als Jugendlicher dazu entschieden habe, [Beruf] zu werden, träume ich von einer Mitarbeit in Ihrer Firma. Nun ergibt sich endlich die Gelegenheit hierzu.“

Beispiel 5: Erfahrung darstellen

„Sehr geehrter Herr Mustermann,
acht Jahre habe ich als [Beruf] mein Handwerkszeug gelernt. Nun möchte ich mein Wissen, aber auch meine kreativen Ideen bei Ihnen einbringen.“