Bewerbung um einen Ferienjob: Muster, Fehler & Tipps

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Bewerbung um einen Ferienjob: Muster, Fehler & Tipps

Mit einem Ferienjob lässt sich das Taschengeld aufbessern – und erste Berufserfahrung sammeln. Auch für Betriebe sind Ferienjobber interessant, weil sie dann Zeit haben, wenn viele Mitarbeiter im Urlaub sind. Viele Ferienjobs werden eher informell vergeben und erfordern keine umfangreichen Bewerbungsunterlagen. Wir geben Ihnen wichtige Tipps für Ihre Bewerbung als Ferienjobber – inklusive Formulierungsbeispielen für das Anschreiben.

Wie findet man einen Ferienjob?

Viele Ferienjobs sind nicht offiziell ausgeschrieben. Diejenigen, bei denen das der Fall ist, finden Sie über entsprechende Portale im Internet oder aber durch Aushänge vor Ort oder Anzeigen in einer Wochenzeitung. Es ist oft lohnenswert, direkt nachzufragen, ob Bedarf an Unterstützung während der Ferien besteht.

Falls Sie persönlich in einem Betrieb vorbeigehen, sollten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mitnehmen. So haben Sie gleich etwas vorzuweisen, falls Interesse besteht. Ein kurzes Anschreiben und ein Lebenslauf sind in den meisten Fällen ausreichend. Auch telefonisch können Sie das Interesse einer Firma an einem Ferienjobber erfragen.

Viele Ferienjobs ergeben sich über Beziehungen. Kennen Sie jemanden, der bereits einen Ferienjob hatte und der ein gutes Wort für Sie einlegen könnte? Auch Kontakte im Umkreis der Familie oder über Bekannte können nützlich sein, um eine Tätigkeit zu finden.

Was ist bei der Bewerbung für einen Ferienjob wichtig?

Wer sich für einen Ferienjob bewirbt, der muss meist keine detaillierten Unterlagen und Nachweise abgeben. Am besten, Sie fragen direkt beim Arbeitgeber nach, welche Bewerbungsunterlagen er sich vorstellt. Falls es dazu keine Angaben gibt, reicht es meist völlig aus, ein kurzes Anschreiben zu verfassen und einen Lebenslauf anzuhängen.

Die Unterlagen können per Post oder E-Mail eingereicht werden. Kleinere Betriebe schätzen oft noch gedruckte Unterlagen, während vor allem größere Firmen oft digitale Bewerbungen präferieren. Auch hier lohnt es sich, zu fragen, welche Variante der Arbeitgeber bevorzugt.

Den Lebenslauf durchdacht erstellen

Bewerber, die Lebenslauf und Anschreiben verschicken, sollten auf eine einheitliche Gestaltung achten. Der Lebenslauf sollte tabellarisch aufgebaut sein, idealerweise ein Bild enthalten und die eigenen Erfahrungen in übersichtlicher Form wiedergeben. Nehmen Sie nur Informationen auf, die auch relevant sind, und nicht einfach alle Erfahrungen, die Sie gemacht haben. Der Lebenslauf umfasst eine bis zwei Seiten. Als berufsunerfahrener Bewerber ist es kein Problem, wenn der Lebenslauf eher kurz ausfällt.

Enthalten sein sollten in jedem Fall persönliche Angaben, bisherige praktische Erfahrungen, falls es bereits welche gibt, Angaben zur schulischen Ausbildung und besondere Kenntnisse und Fähigkeiten. Hobbys können, müssen aber nicht erwähnt werden.

Die jeweiligen Bereiche sollten als eigenständige Rubriken gestaltet werden. Die einzelnen Stationen sollten um zeitliche und örtliche Angaben ergänzt werden. Nennen Sie auch die Einrichtung. Etwa so: „06/2019 – 07/2016: Praktikum bei [Firma], Musterdorf“ oder „seit 09/2015: Besuch des [Name]-Gymnasiums, Musterdorf“.

Es ist Ihnen überlassen, ob Sie den Lebenslauf chronologisch oder antichronologisch aufbauen. Bei regulären Bewerbungen hat sich die antichronologische Vorgehensweise durchgesetzt, weil sie übersichtlicher ist. Bewerber mit wenig Berufserfahrung haben aber ohnehin einen so kurzen Lebenslauf, dass der Entscheidungsträger auch bei einer chronologischen Vorgehensweise alle Informationen schnell findet.

Tipps und Formulierungsbeispiele für das Anschreiben

In vielen Fällen wünscht sich der mögliche Arbeitgeber nur ein kurzes Anschreiben anstelle einer vollständigen Bewerbung. Das macht es Bewerbern einerseits einfach, birgt aber auch Tücken. Denn nur, wer hier überzeugt, hat gute Chancen auf den Ferienjob.

Das Anschreiben sollte höchstens eine Seite lang sein. Meist fällt es bei Bewerbungen um einen Ferienjob aber noch kürzer aus als bei regulären Bewerbungen. Daher kann es auch nur wenige Absätze umfassen. Vermerkt werden sollten im oberen Teil der Seite die Kontaktangaben von Ihnen (inklusive E-Mail-Adresse und Telefonnummer) sowie die Details des Ansprechpartners. Auch Ort, Datum und ein Betreff werden genannt.

Der Betreff sollte eindeutig sein und keine Verunsicherung aufkommen lassen, worum es sich bei dem Schreiben handelt. Das könnte etwa so klingen: „Bewerbung für einen Ferienjob in Ihrer Filiale in Musterhausen“. Gibt es eine Stellenausschreibung mit Chiffre, sollte diese ebenfalls im Betreff genannt werden.

Möglichst spannender Einstieg in den Text

Nach dem Betreff beginnt der eigentliche Text mit der Anrede, entweder des namentlich bekannten Ansprechpartners oder der „sehr geehrten Damen und Herren“. Mit der Einleitung kommt nun der für viele Bewerber schwierigste Teil. Es gilt, schon zu Beginn zu überzeugen, indem die Einleitung lebendig und ansprechend formuliert wird. Sie können etwa erwähnen, warum Sie interessiert an diesem Ferienjob sind oder was Sie dafür qualifiziert. Gab es schon ein Telefonat mit dem Ansprechpartner, kommen Sie darauf zu sprechen. Erinnert man sich positiv an Sie, steigen die Chancen auf eine Zusage.

Nach einigen wenigen Sätzen geht das Schreiben in den Hauptteil über. Thematisieren Sie hier Ihre Stärken, etwa Erfahrungen, Qualifikationen und persönliche Merkmale. Je konkreter diese belegt werden, desto besser. Der Leser sollte möglichst viel über Sie erfahren. Falls kein Lebenslauf beiliegt, sollten deshalb auch persönliche Details und Angaben zur Schule und der Stufe erwähnt werden.

Überlegen Sie beim Formulieren des Anschreibens, was für den Betrieb besonders von Interesse ist. Wie könnten Sie Ihren Ansprechpartner wohl am ehesten von sich überzeugen? Diese Argumente gehören in das Anschreiben. Erklären Sie im Anschreiben auch Ihr Interesse an dieser Firma und wie Sie auf diese aufmerksam geworden sind.

Keine falsche Bescheidenheit zum Schluss des Anschreibens

Zum Schluss drücken Sie noch einmal Ihr Interesse aus und schreiben, dass Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch freuen. Hier ist Selbstbewusstsein gefragt – vermeiden Sie den Konjunktiv. Sprechen Sie davon, dass Sie sich freuen, und nicht, dass Sie sich freuen würden.

Beenden Sie das Schreiben mit „freundlichen Grüßen“ und unterschreiben Sie es persönlich. Die Unterschrift kann auch digital erstellt oder eingescannt werden. Im Schlussteil des Schreibens sollte auch angegeben werden, wann Sie verfügbar sind und welche Dauer Sie sich für Ihre Beschäftigung während der Ferien vorstellen. Diese Information kann in einem „P.S.“ oder in den letzten Sätzen des Anschreibens untergebracht werden.

Wer sich für mehrere Ferienjobs bewirbt, sollte nicht den Fehler machen, für jede Bewerbung nahezu dasselbe Anschreiben zu verschicken. Ein massenhaft verschicktes Bewerbungsschreiben lässt individuelle Elemente vermissen und überzeugt womöglich nicht. Es ist deshalb sinnvoll, das Schreiben immer genau auf den jeweiligen Arbeitgeber anzupassen.

Wird die Bewerbung per E-Mail verschickt, eignen sich einzelne Word-Dokumente nicht optimal. Eine PDF-Datei sieht ansprechender aus und ist deshalb zu bevorzugen. Fassen Sie dafür alle Bestandteile der Bewerbung in einem PDF zusammen. Achten Sie darauf, dass die Datei einen Namen hat, der schnell zugeordnet werden kann. Auch die E-Mail-Adresse, von der Sie Ihre Unterlagen verschicken, ist wichtig. Sie sollte seriös klingen und bestenfalls schlicht aus dem eigenen Vor- und Nachnamen bestehen. Vermeintlich witzige E-Mail-Adressen können wirken, als nähmen Sie die Bewerbung nicht ernst.