Bewerbung für eine Ausbildung: Muster, Fehler & Tipps

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Bewerbung für eine Ausbildung: Muster, Fehler & Tipps

Wer sich um einen Ausbildungsplatz bewirbt, hat vorher oft noch keine Bewerbung schreiben müssen. Die Verunsicherung ist gerade bei Schulabgängern oft groß: Was gehört in eine Bewerbung? Worauf kommt es an? Und welcher Fehler sollte ich vermeiden? Wir erklären Ihnen, was bei einer Bewerbung für eine Ausbildung entscheidend ist und helfen mit Beispielen bei der Formulierung.

Bewerbungsvorlagen für eine Ausbildung

Vorlage / Muster: Bewerbung Ausbildung 5
Vorlage / Muster: Bewerbung Ausbildung 5
Vorlage / Muster: Bewerbung Schüler 4
Vorlage / Muster: Bewerbung Schüler 4

Bewerbung für eine Ausbildung: Aufbau und Bestandteile

Wer noch nie eine Bewerbung geschrieben hat, fragt sich zuerst, woraus diese überhaupt besteht. Bei der Bewerbung um eine Ausbildung verhält es sich ähnlich wie bei der Bewerbung für einen Job auch. Essenziell sind Anschreiben und Lebenslauf, aber auch Zeugnisse und wichtige Nachweise.

Diese sollten in einem PDF-Dokument zusammengefügt werden, bevor die Bewerbung per Mail verschickt wird. Entscheidet sich der Bewerber für den Versand auf dem Postweg, gehören die einzelnen Dokumente richtig geordnet in eine ordentliche Bewerbungsmappe ohne Knicke oder Flecken. Das Anschreiben liegt bei dieser Variante nur lose auf, die anderen Unterlagen werden eingeklemmt. Ein Schnellhefter ist nicht geeignet.

Das Anschreiben kommt dabei immer an erster Stelle. Falls Sie ein Deckblatt verwenden, ordnen Sie es bei der postalischen Bewerbung an zweiter Stelle ein, ansonsten folgt hier der Lebenslauf. Handelt es sich um eine digitale Bewerbung, so bildet das Deckblatt der Bewerbung die erste Seite – vor dem Anschreiben und dem Lebenslauf. Zeugnisse aus der Schule und gegebenenfalls Praktikumszeugnisse oder andere Nachweise – zum Beispiel über einen Kurs – kommen danach. Das letzte Schulzeugnis reicht aus.

Das ist bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz wichtig

Eine Bewerbung hat gute Chancen, wenn sie alle Informationen enthält, die für den Ausbildungsbetrieb wichtig sind. Sie sollte alle nötigen Unterlagen enthalten und auf den Ausbildungsbetrieb zugeschnitten sein. Für Bewerber besteht die Herausforderung darin, überzeugend darzulegen, warum sie ein geeigneter Azubi für den Betrieb sind. Auch das Interesse am Arbeitgeber sollte erklärt werden.

Das Design der Bewerbung spielt ebenfalls eine Rolle. Hier geht es jedoch nicht darum, mit einer extravaganten Gestaltung aufzufallen – es sei denn, Sie bewerben sich für eine sehr kreative Ausbildung. In den meisten Fällen ist eine schlichte Gestaltung vorzuziehen. Sie lenkt nicht vom Wesentlichen ab und unterstreicht die Seriosität des Kandidaten.

Eignung und Motivation im Anschreiben begründen

Das Anschreiben gehört zu den wichtigsten Bestandteilen jeder Bewerbung. Auch angehende Azubis sollten die Bedeutung dieses Dokuments nicht unterschätzen. Der Verantwortliche im Ausbildungsbetrieb kann hieran vieles ablesen: wie gut sich der Bewerber ausdrücken kann, wie fundiert sein Interesse ist, ob er sich Mühe bei der Bewerbung gegeben hat und natürlich auch, ob er als Kandidat in die nähere Auswahl kommt.

Als Bewerber geht es darum, Interesse zu wecken. Eine klare Sprache mit kurzen Sätzen ist dafür wichtig. Schreiben Sie lebendig und möglichst spannend.

Nachdem Sie sowohl Ihre eigenen Kontaktdaten – samt Telefonnummer und E-Mail-Adresse – und jene des Empfängers im oberen Teil der Seite vermerkt haben, folgen noch die Angaben von Ort und Datum sowie der Betreff. Der Betreff sollte eindeutig sein, etwa so: „Bewerbung als Auszubildender im Bereich [Bereich]“.

Warum ein guter Einstieg so wichtig ist

Nach der persönlichen Anrede des Ansprechpartners geht es um eine spannende Einleitung. Offensichtliches sollte dabei nicht beschrieben werden. „Hiermit bewerbe ich mich als…“ eignet sich deshalb nicht. Es ist sinnvoller, direkt inhaltlich einzusteigen – zum Beispiel mit der Begründung, warum Sie sich für genau diese Ausbildung interessieren oder was Sie als Bewerber auszeichnet.

So könnte das klingen:

  • „[Beispiel] ist schon seit der Grundschule mein liebstes Schulfach. Gleichzeitig interessiere ich mich für [Beispiel]. Die Kombination aus beidem ist, was mich an einer Ausbildung als [Beruf] so reizt.“
  • „Was macht einen guten [Beruf] aus? Sicher ist es eine gute Voraussetzung, [Eigenschaft] und [Eigenschaft] zu sein und gleichzeitig gut in [Beispiel]. Das bringe ich mich – und eine große Motivation, in Ihrem Betrieb das Handwerk eines [Beruf] zu erlernen.“

Im Mittelteil des Anschreibens wird die Eignung nachvollziehbar begründet. Welche Erfahrungen, Fähigkeiten und Kompetenzen befähigen den Bewerber für eine Ausbildung im gewählten Bereich? Hat er oder sie sich vorher schon mit ähnlichen Thematiken beschäftigt? Auch private Interessen können erwähnt werden, wenn dies sinnvoll erscheint. Soft Skills, also Charaktermerkmale wie Teamfähigkeit und eigenständiges Arbeiten, sollten ebenfalls benannt und mit Beispielen belegt werden, etwa so: „Ich bewahre auch in stressigen Situationen Ruhe – etwa damals, als ich im Café gearbeitet habe, und trotz hoher Auslastung den Überblick behalten habe“.

Vergessen Sie nicht, zu verdeutlichen, warum Sie sich gerade hier bewerben. Damit zeigen Sie, dass Sie echtes Interesse haben und sich über den Betrieb informiert haben.

Im Schlussteil können Sie die Chance nutzen, Ihre Eignung oder Ihr Interesse auf den Punkt zu bringen. Kommen Sie auf ein mögliches Vorstellungsgespräch zu sprechen. Dabei ist ein selbstsicherer Auftritt wichtig. Also so: „Ich freue mich, Sie persönlich kennenzulernen“, und nicht so: „Ich würde mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen“. Nun folgen die Grußformel, etwa „freundliche Grüße“, und Ihre Unterschrift.

Alles Wichtige im Lebenslauf für die Ausbildung darstellen

Schulabgänger haben in der Regel einen noch kurzen Lebenslauf. Das ist nicht schlimm, denn sie stehen ganz am Anfang ihrer Karriere. Im Lebenslauf sollten sich nur Informationen finden, die für einen speziellen Ausbildungsbetrieb interessant erscheinen. Es ist sinnvoll, den Lebenslauf – ebenso wie das Anschreiben – für jede Bewerbung neu zu schreiben.

Der Lebenslauf hat eine tabellarischer Form und besteht aus verschiedenen Rubriken: persönliche Daten, gegebenenfalls praktische Erfahrungen, Bildungsweg und weitere Kenntnisse und Fähigkeiten. Die Angabe von Hobbys ist optional. Noten können angegeben werden, wenn sie gut sind. Es reicht, den höchsten Schulabschluss zu erwähnen.

Ein Foto ist beim Lebenslauf keine Pflicht, aber nach wie vor weit verbreitet und gern gesehen. Falls Sie ein Foto verwenden, sollte dieses unbedingt professionell sein.

Der Lebenslauf erstreckt sich auf maximal zwei Seiten. Eine Unterschrift am Ende gibt dem Dokument eine persönliche Note und drückt aus, dass alle Angaben korrekt sind.

So bitte nicht: Diese Fehler sollten Bewerber vermeiden

Bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz können Fehler passieren. Manche davon sind ärgerlich, andere können Sie Ihre Chance auf den Ausbildungsplatz kosten.

Die Bewerbung muss alles Wichtige enthalten; es dürfen keine Unterlagen fehlen. Andererseits wären auch zu viele Anhänge kontraproduktiv. Es reicht, das letzte Schulzeugnis anzuhängen. Ob weitere Anlagen nötig sind, hängt von Ihren Erfahrungen und den Voraussetzungen des Betriebs ab.

Fehler jeglicher Art sind ein No-Go in einer Bewerbung. Lesen Sie alles noch einmal gründlich durch und achten Sie auf eine fehlerfreie Rechtschreibung und Grammatik. Auch Namen sollten korrekt geschrieben sein und alle Daten im Lebenslauf stimmen.

Einer der größten Fehler besteht darin, ein einmal erstelltes Anschreiben nur leicht abzuwandeln und es immer wieder zu verwenden. Das fällt meist sofort auf – und lässt Zweifel an Ihrem Interesse aufkommen. Nur ein maßgeschneidertes Anschreiben kann überzeugen.

Rechtzeitig um die Bewerbung(en) kümmern

Eine gute Bewerbung nützt wenig, wenn sie zu spät abgeschickt wird. Viele Bewerber befassen sich nicht rechtzeitig mit der Frage, wo sie ihre Ausbildung machen möchten und welche Fristen jeweils gelten. Viele Betriebe suchen schon ein Jahr und mehr im Voraus nach passenden Kandidaten. Wer sich dann im Frühsommer erst für die Ausbildung im Spätsommer bewirbt, hat oft das Nachsehen.

Vermeiden Sie, eine Bewerbung abzugeben, die zusammengestückelt aussieht. Achten Sie auf ein einheitliches Design. Natürlich sollten auch alle Unterlagen sauber und gut lesbar sein. Die Wahl einer geeigneten Bewerbungsmappe ist ebenfalls wichtig, wenn Sie Ihre Unterlagen in gedruckter Form abgeben. Eine hochwertigere Mappe macht meist auch automatisch mehr her und lässt den Bewerber professioneller wirken.