Bewerbung um ein Praktikum: Muster, Fehler & Tipps

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Bewerbung um ein Praktikum: Muster, Fehler & Tipps

Ein Praktikum ist eine wertvolle Erfahrung. Wenn Sie auf der Suche nach einem Praktikumsplatz sind, gilt es, eine überzeugende Bewerbung zu formulieren. In diesem Artikel geht es darum, welche Dokumente nicht fehlen dürfen, was beim Anschreiben besonders wichtig ist und welche Fehler dabei vermieden werden sollten. Beispiele und Muster-Formulierungen helfen, eine eigene Bewerbung zu verfassen.

Bewerbung um ein Praktikum: Bestandteile und Aufbau

Wer sich um einen Praktikumsplatz bewirbt, dessen Bewerbung muss die grundlegenden Anforderungen erfüllen. Das bedeutet auch, dass die Unterlagen vollständig sein müssen. Die Praktikumsbewerbung sollte alle Dokumente enthalten, die auch für reguläre Bewerbungen typisch sind: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und gegebenenfalls weitere Anlagen.

Das Anschreiben kommt zuerst, danach folgt der Lebenslauf. Sie können ein Deckblatt beifügen, auf dem die wichtigsten Details über Ihre Person vermerkt sind und ein Foto integriert ist. Es ist allerdings keine Pflicht und wegen der damit verbundenen inhaltlichen Dopplungen nicht von jedem Personalverantwortlichen gern gesehen. Wer sich dafür entscheidet, sortiert das Deckblatt nach dem Anschreiben ein.

Nach dem Lebenslauf ist Platz für Zeugnisse von Universität, Ausbildung und Schule. Falls Sie bereits Ferien- oder Nebenjobs hatten, sollten Sie entsprechende Arbeitszeugnisse ebenfalls mitschicken. Auch Praktikumszeugnisse sind wichtig.

Die Anlagen werden nach ihrer Wichtigkeit geordnet. Auch die Art ist wichtig: Die Bildungszeugnisse sollten ebenso einen Block bilden wie mögliche Arbeits- und Praktikumszeugnisse. Das wichtigste und aussagekräftigste Zeugnis steht dabei jeweils zuerst. Bei den Bildungsnachweisen reicht es, den Nachweis über den höchsten Abschluss und das letzte Schulzeugnis anzuhängen.

Was beim Anschreiben wichtig ist

Das Anschreiben ist ein Kernelement jeder Bewerbung. Bei Praktikumsbewerbungen ist das nicht anders. Das Ziel ist es, das Interesse des Personalverantwortlichen zu wecken und zu zeigen, dass Sie ein geeigneter Kandidat für ein Praktikum bei diesem Unternehmen sind. Zeigen Sie mit Beispielen, welche Qualifikationen Sie haben und was Sie dem Unternehmen bieten können. Auch eine Begründung für den Wunsch nach einem Praktikum beim betreffenden Arbeitgeber darf nicht fehlen.

Das einseitige Dokument gliedert sich in mehrere Abschnitte. Oben ist Platz für die eigenen Kontaktdetails, zu denen der Name, die Adresse, eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse gehören. Einen Abschnitt weiter unten finden sich die Angaben des Empfängers. Wichtig sind auch ein aussagekräftiger Betreff und die Angabe von Ort und Datum.

Das eigentliche Schreiben beginnt mit der Anrede. Hier können Bewerber punkten, indem sie den korrekten Namen des Ansprechpartners vermerken. Dieser geht oft aus der Stellenanzeige hervor, kann aber auch erfragt werden.

In der Einleitung direkt zum Punkt kommen

Nach der Anrede steigen Sie unmittelbar in den Text ein. Verzichten Sie darauf, zu erklären, dass Sie sich „hiermit bewerben“ oder wie Sie auf den Praktikumsplatz aufmerksam geworden sind. Das sind überflüssige Informationen. Spannender ist es, gleich auf die Motivation zu sprechen zu kommen oder eine interessante Anekdote für den Einstieg zu wählen. Erlaubt ist, was Interesse weckt. Falls Sie bereits telefonisch mit dem Empfänger gesprochen haben, sollte das erwähnt werden.

So könnte der Einstieg klingen:

  • „Kreativität und Geduld – das sind meine großen Stärken. Beides ist nötig, um als [Beruf] zu arbeiten. Und da das mein Ziel ist, möchte ich in Ihrem Unternehmen gerne Praxisluft schnuppern.“
  • „Vielen Dank für das freundliche Telefonat vom [Datum]. Besonders Ihre Ausführungen zu [Thema] haben mich darin bestärkt, mich bei Ihnen um einen Praktikumsplatz zu bewerben.“
  • „Schon als Kind wusste ich: Ich werde später [Beruf]. In meinem Studium der [Studiengang] lerne ich die Theorie. Bei Ihnen möchte ich gerne die Praxis erleben.“

Es ist wichtig, dass das Schreiben authentisch klingt. Nehmen Sie diese Beispiele deshalb nur als Anregung – sie können Ideen geben, sollten aber unbedingt individuell verändert werden.

Im Hauptteil begründen, warum Sie an diesem Praktikum interessiert sind

Die Einleitung umfasst einige wenige Sätze, danach folgt der Hauptteil. Hier sollten Bewerber detaillierter auf ihre Fähigkeiten und Kenntnisse, aber auch auf ihre Motivation eingehen. Beschreiben Sie, was Sie als Praktikant qualifiziert, und zwar möglichst anschaulich. Wenn Soft Skills erwähnt werden, sollten diese mit Beispielen belegt werden. Etwa so: „Durch meinen Nebenjob als Servicekraft bei [Restaurant] weiß ich, wie wichtig ein gutes Zusammenspiel im Team ist“.

Vergessen Sie nicht, zu erklären, warum Sie sich gerade um diesen Praktikumsplatz bewerben. Was reizt Sie an genau diesem Unternehmen? Was versprechen Sie sich von einem Praktikum dort?

Zum Schluss ist es wichtig, ausdrücken, dass Sie sich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen. So könnte das klingen: „Ich freue mich, Sie persönlich kennenzulernen“. Es folgen die Verabschiedung und eine Unterschrift. Die Signatur lässt sich am PC erstellen oder kann eingescannt werden.

Der Lebenslauf: Auf das Wesentliche reduziert

Viele Personalverantwortliche empfinden den Lebenslauf als wichtigsten Bestandteil einer Bewerbung. Hier steht, was den Kandidaten objektiv für das Praktikum qualifiziert – von Nebenjobs über die Schulzeit bis zur Ausbildung. Der Lebenslauf ist eine bis zwei Seiten lang und sollte ein Foto enthalten. Das ist nicht zwingend, aber sinnvoll – auch Sympathie spielt eine Rolle bei der Vergabe des Praktikumsplatzes.

Der Lebenslauf sollte tabellarisch aufgebaut sein. Enthalten sein sollten diese Rubriken in der genannten Reihenfolge: Persönliche Details, Berufserfahrungen/praktische Erfahrungen (falls zutreffend), Bildungsweg sowie weitere Kenntnisse. Optional ist die Angabe von zwei bis drei Hobbys.

Bei jeder Station sollten der Zeitraum, die Institution und der Ort angegeben werden. Wenn Sie vorherige Praktika beschreiben, können Sie einige typische Tätigkeiten nennen. Bei den Bildungsstationen können Noten hinzugefügt werden, wenn sie positiv sind. Es ist nicht nötig, die schulische Ausbildung minutiös nachzuzeichnen. Den Zeitraum des Abschlusses zu nennen reicht aus. Falls Sie studieren, können Sie Schwerpunkte nennen, wenn das interessant für den Arbeitgeber scheint.

Zu den möglichen weiteren Kenntnissen und Fähigkeiten zählen vor allem Sprach- und EDV-Kenntnisse. Geben Sie an, wie gut Sie darin sind, damit der Personalverantwortliche die Angaben einordnen kann.

Mit einem ansprechenden Design kann eine Bewerbung aufgewertet werden. Das Dokument muss dennoch übersichtlich bleiben. Zu viele Farben oder unterschiedliche Schriftarten lenken vom Inhalt ab.

Diese Fehler sollten Sie bei einer Bewerbung um ein Praktikum vermeiden

Auch, wenn Sie überzeugt sind, dass Sie sich als Praktikant eignen – es hängt von der Bewerbung ab, ob Sie überhaupt zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden. Umso wichtiger ist es, keine unnötigen Fehler zu machen – etwa die folgenden.

Fehlende Unterlagen

Wenn Sie eine unvollständige Bewerbung abschicken, landet diese wahrscheinlich direkt auf dem Absagenstapel. Achten Sie darauf, alles mitzuschicken, was der Arbeitgeber sehen möchte. Falls es dazu keine spezifischen Angaben gibt, sollten mindestens Anschreiben, Lebenslauf, Schul- und Ausbildungszeugnisse sowie, falls zutreffend, Praktikums- und Arbeitszeugnisse verschickt werden.

Nicht individuell geschrieben

Eine Bewerbung überzeugt nur, wenn sie maßgeschneidert für einen bestimmten Praktikumsplatz verfasst wurde. Es ist ein Fehler, das Anschreiben für jede Bewerbung nur minimal abzuändern. Ebenso wenig sollten Sie vergessen, zu erklären, warum Sie sich gerade dieses Unternehmen ausgesucht haben.

Fehler in der Bewerbung

Fehler jeder Art sind ein No-Go. Prüfen Sie die korrekte Schreibweise von Namen, aber auch von den Daten in Ihrem Lebenslauf. Alle Angaben müssen stimmen. Auch Rechtschreibfehler fallen negativ auf.

Anlangen-Wirrwarr bei der E-Mail

Falls Sie sich per Mail bewerben, senden Sie Ihre Bewerbung als zusammenhängendes PDF-Dokument ab. So hat der Ansprechpartner alle Informationen auf einen Blick. Es ist nicht sinnvoll, jeden Bestandteil einzeln an die E-Mail anzuhängen. Die Datei sollte einen aussagekräftigen Namen haben und nicht zu groß sein.