Zuverlässigkeit in der Bewerbung begründen: Beispiele & Formulierungen

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Zuverlässigkeit in der Bewerbung begründen: Beispiele & Formulierungen

Viele Arbeitgeber/innen haben genaue Vorstellungen davon, wie ein/e neue/r Mitarbeiter/in sein soll. Fast immer weit oben auf der Wunschliste der persönlichen Merkmale: Zuverlässigkeit. Auf eine/n zuverlässige/n Mitarbeiter/in kann man sich verlassen, er oder sie wird seine/ihre Arbeit wahrscheinlich gut machen und alle Aufgaben gewissenhaft erledigen. Wenn du Bewerbungen verschickst, solltest du deshalb betonen, dass du zuverlässig bist. Aber wie geht das am besten? Hier findest du Tipps und Beispiele dafür, wie du in deiner Bewerbung Zuverlässigkeit formulieren kannst.

Darum solltest du deine Zuverlässigkeit in der Bewerbung betonen

Es gibt viele Eigenschaften, die Personaler/innen davon überzeugen können, eine/n Bewerber/in zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Ein Soft Skill, der immer gefragt ist, ist Zuverlässigkeit. Ein/e zuverlässige/r Mitarbeiter/in ist pünktlich, hält Zusagen und Absprachen ein und sagt unverzüglich Bescheid, wenn sich doch einmal etwas verzögert.

Auf eine/n solche/n Angestellte/n kann man sich verlassen, er oder sie wird sich tendenziell loyal gegenüber der/m Arbeitgeber/in verhalten und ist wahrscheinlich zugleich gewissenhaft, diszipliniert und gut organisiert. Mit solchen Mitarbeiter/innen können Projekte fristgerecht abgeschlossen werden.

Mitarbeiter/innen, denen es an Zuverlässigkeit mangelt, kommen hingegen tendenziell öfter zu spät, melden sich erst in letzter Sekunde krank oder halten sich nicht an das, was sie versprochen haben. Dadurch wissen Arbeitgeber/innen oft nicht, ob und wann sie ein bestimmtes Ergebnis erwarten können. Unzuverlässige Arbeitnehmer/innen übernehmen ungern Verantwortung, auch die Qualität ihrer Arbeit kann zu wünschen übrig lassen. Ihr Lebenslauf kann durch häufige Jobwechsel gekennzeichnet sein.

Zuverlässigkeit als Erfolgsfaktor

Anhand dieser Gegenüberstellung wird deutlich, warum Arbeitgeber/innen zuverlässige Bewerber/innen bevorzugen. Zuverlässige Mitarbeiter/innen erfüllen ihren Job häufig so, wie man es von ihnen erwartet. Damit tragen sie zum Erfolg eines Unternehmens bei. Auch für die Außenwirkung ist es wichtig, ob jemand zuverlässig ist oder nicht. Wenn Mitarbeiter/innen etwa Kund/innen warten lassen oder gar nicht zu Terminen erscheinen, fällt das negativ auf den/die Arbeitgeber/in zurück.

Um sicherzustellen, dass ein/e künftige/r Mitarbeiter/in verlässlich ist, wird Zuverlässigkeit häufig schon in der Stellenausschreibung als wünschenswerte Eigenschaft genannt. Dafür muss nicht das Wort Zuverlässigkeit fallen, es kann auch davon die Rede sein, dass eigenverantwortliche, verantwortungsvolle oder verlässliche Kandidat/innen gesucht werden.

Zuverlässigkeit in der Bewerbung darstellen: Wie geht es?

Wenn Bewerber/innen zuverlässig sind, haben sie tendenziell bessere Chancen im Bewerbungsprozess. Doch wie kann man Zuverlässigkeit in einer Bewerbung darstellen? Das ist gar nicht so einfach. Man kann schließlich nicht einfach schreiben: „Ich bin pünktlich, zuverlässig und halte, was ich verspreche.“ Das sind bloße Behauptungen, die für sich genommen keine Glaubwürdigkeit besitzen.

Es kommt vielmehr darauf an, deine Zuverlässigkeit zu begründen, wenn du deine Bewerbung schreibst. Dafür solltest du überlegen, mit welchen Beispielen du glaubhaft darlegen kannst, dass du zuverlässig bist. Mit kurzen Anekdoten untermauerst du deine Angaben.

Deine Zuverlässigkeit kannst du zum Beispiel so gezeigt haben:

  • Du warst für etwas verantwortlich und hast es gut gemeistert
  • Du hast dich freiwillig für etwas gemeldet und dich dann gewissenhaft darum gekümmert
  • Du hast Deadlines stets eingehalten oder warst sogar früher fertig
  • Du hast Eigenverantwortung übernommen und den/die Arbeitgeber/in zufriedengestellt
  • Du hast Zielvorgaben erreicht oder sogar übertroffen
  • Du hast in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt
  • Du hast mit einem Ehrenamt Verantwortung übernommen, und zwar für einen längeren Zeitraum
  • Du hast andere dazu angeregt, mehr Zuverlässigkeit zu zeigen
  • Du konntest schon nach kurzer Zeit im Unternehmen wichtige Aufgaben übernehmen

Sowohl das Anschreiben als auch der Lebenslauf bieten dir die Chance, deine Zuverlässigkeit in der Bewerbung darzulegen. Im Anschreiben kannst du ganz direkt auf diese Eigenschaft zu sprechen kommen, während du sie im Lebenslauf eher indirekt belegen kannst.

Bewerbung: So kannst du Zuverlässigkeit formulieren

Wie kann man in einer Bewerbung Zuverlässigkeit so formulieren, dass es glaubhaft wirkt? Im Anschreiben hast du die Möglichkeit, auf ausgewählte Soft Skills zu sprechen zu kommen. Jede Eigenschaft solltest du kurz mit einem Beispiel belegen. Daraus ergibt sich, dass du dich im Anschreiben auf wenige Eigenschaften konzentrieren musst – mehr Eigenschaften zu beschreiben würde einerseits den Platz sprengen, der dir für das Anschreiben zur Verfügung steht. Andererseits würden die Soft Skills, die du nennst, dadurch schnell beliebig wirken.

Es ist nicht zwingend, dass du in deinem Bewerbungsschreiben explizit deine Zuverlässigkeit beschreibst. Du kannst ebenso von Gewissenhaftigkeit sprechen, von deinem Organisationstalent oder deinem guten Zeitmanagement. Indirekt lässt sich auch daraus Zuverlässigkeit ablesen.

Im Lebenslauf kannst du zwar nicht direkt auf deine Zuverlässigkeit zu sprechen kommen. Du kannst jedoch durch Tätigkeitsbeschreibungen von Jobs und anderen Erfahrungen deutlich machen, dass du verlässlich bist. Auch die Angabe von Ehrenämtern kann sich dazu eignen, Zuverlässigkeit in der Bewerbung darzulegen.

Deine Wortwahl ist dabei besonders wichtig: Wörter wie „termingerecht“, „fristgerecht“, „langjährig“ oder „erfolgreich“ deuten auf Zuverlässigkeit hin. Außerdem kannst du bei der Beschreibung früherer Tätigkeiten ein besonderes Augenmerk auf jene Aufgaben richten, die mit besonders viel Verantwortung verbunden waren. Dasselbe gilt für Dinge, die du freiwillig gemacht hast – ebenfalls ein Indikator für eine zuverlässige und engagierte Person.

Zuverlässigkeit begründen: Konkrete Beispiele für die Bewerbung

Die folgenden Beispiele zeigen dir, wie du deine Zuverlässigkeit in der Bewerbung belegen könntest.

Beispiele für das Anschreiben

  • „Die Grundlage für produktives Arbeiten ist aus meiner Sicht ein gutes Zeitmanagement. Indem ich Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit priorisiere, stelle ich sicher, dass sie rechtzeitig erledigt werden.“
  • „In meiner Tätigkeit als XY habe ich eigenverantwortlich eine Benefiz-Gala organisiert – mit großem Erfolg: Wir konnten dem Verein Beispiel e.V. eine Spende in Höhe von XX.XXX Euro überreichen.“
  • „Ich übernehme gerne Verantwortung, auch freiwillig. Das sieht man auch an meiner langjährigen Tätigkeit als ehrenamtliche Haushaltshilfe für Seniorinnen und Senioren.“

Beispiele für den Lebenslauf

  • Bei einer Jobbeschreibung: „Verantwortlich für den Bereich XY, Gründung eines abteilungsübergreifenden Teams zur Optimierung von Abläufen“
  • Bei einer Jobbeschreibung: „Federführend verantwortlich für die Organisation der jährlich stattfindenden Recherchereise (u.a. Reisen nach China, Bolivien, Russland)“
  • Bei der Angabe eines Ehrenamts: „Engagement beim Verein Unsere Beispielstadt e.V. und Tätigkeit als Kassenwart“