Fortbildung im Lebenslauf angeben: Muster, Fehler & Tipps

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Fortbildung im Lebenslauf angeben: Muster, Fehler & Tipps

Durch absolvierte Fortbildungen und Weiterbildungen können Bewerber zusätzliche Qualifikationen aufweisen – zumindest dann, wenn die Maßnahmen im Lebenslauf optimal dargestellt werden. Die Angabe von Schlüsselbegriffen und relevanten Informationen spielt dafür eine entscheidende Rolle. Wie eine Fortbildung im Lebenslauf angegeben wird, was dabei wichtig ist und welche Fehler vermieden werden sollten, wird in diesem Ratgeber geklärt.

Fortbildungen und Weiterbildungen als zusätzliche Qualifikationen

Welche Qualifikationen ein Bewerber aufweist, beeinflusst dessen Chancen auf eine angestrebte Stelle maßgeblich. Je besser und vielfältiger die Qualifikationen sind, desto attraktiver ist der Kandidat aus Sicht eines interessierten Arbeitgebers. Nicht nur bisherige berufliche Positionen, Praktika und Ausbildung oder Studium wirken in dieser Hinsicht förderlich. Auch durch Fortbildungen oder Weiterbildungen kann sich ein Bewerber weitere Kenntnisse und Fähigkeiten angeeignet haben, die ihm im Job zugutekommen.

Fortbildungen ermöglichen es, sich gezielt weitere Qualifikationen anzueignen, die dem Teilnehmer im Job helfen. Auf diese Weise können etwa Fähigkeiten erworben werden, mit denen es dem Teilnehmer ermöglicht wird, sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen – etwa verbunden mit einem Aufstieg im Job. Fortbildungen können darüber hinaus dazu dienen, Berufsbildung zu erhalten oder sie an eine veränderte Situation anzupassen. Meist finden Fortbildungen innerbetrieblich oder zumindest mit der Unterstützung des Arbeitgebers statt.

Ähnlich gelagert, aber doch grundlegend unterschiedlich sind Weiterbildungen. Auch sie können einen Pluspunkt bei Bewerbungen darstellen. Weiterbildungen helfen, neue Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlernen oder sie auszubauen. Eine solche Maßnahme kann dazu dienen, einen beruflichen Wechsel vorzubereiten, ein nötiges Zertifikat zu erhalten oder aber sich abseits des Berufs weiterzubilden. Sie kann, muss jedoch nichts mit dem ausgeübten Beruf zu tun haben.

Welche Fortbildungen sollten im Lebenslauf erwähnt werden?

Wer eine Fortbildung gemacht hat, hat Zeit und oft auch Geld investiert, um sich zusätzliche Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen. Das sollte prinzipiell auch im Lebenslauf erwähnt werden – abhängig davon, ob die Maßnahme etwas mit dem angestrebten Job zu tun hat. Sofern das der Fall ist, wäre es in vielen Fällen ein Fehler, die Maßnahme nicht zu erwähnen. Die Verbindung zum möglichen neuen Posten muss nicht unmittelbar sein, aber gewisse Qualifikationen für den Beruf sollten sich von der Fortbildung schon ableiten lassen.

Wer eine Fortbildung oder Weiterbildung gemacht hat, kann durch die Angabe im Lebenslauf nicht nur auf die dadurch erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten verweisen. Gerade freiwillige Kurse und Seminare sprechen für die Eigeninitiative und Lernbereitschaft des Bewerbers. Insbesondere ältere Bewerber können damit zeigen, dass sie motiviert sind, noch Neues zu lernen. Auch Bewerber, denen es an bestimmten formellen Qualifikationen mangelt oder die schon länger nach einem Job suchen, können mit einer Fortbildung oder Weiterbildung punkten.

Allerdings ist es nicht sinnvoll, sehr lange zurückliegende Fortbildungen in der Bewerbung zu erwähnen. Die Erfahrung sollte nicht länger als einige Jahre her sein. Sonst sind die Inhalte womöglich ohnehin nicht mehr aktuell. Gegebenenfalls weggelassen werden kann die Nennung einer Fortbildung im Lebenslauf auch dann, wenn die Qualifikationen des Bewerbers ohnehin sehr gut sind und der Lebenslauf zu lang ist.

So können Fortbildungen im Lebenslauf angegeben werden

Für Bewerber stellt sich die Frage, wo sie ihre Fortbildung im Lebenslauf angeben können. Es kommt darauf an, wie relevant diese Qualifikation für den angestrebten Job ist. Handelt es sich um eine Qualifikation unter vielen, die zudem nicht die aktuellste Qualifikation darstellt, ist die Fortbildung in einer eigenen Rubrik (etwa „Fortbildungen“ oder „Weitere berufliche Qualifikationen“) gut aufgehoben. Das gilt auch für kurze Fortbildungen, wenn es sich etwa um einen Kurs an einem Tag oder einem Wochenende gehandelt hat.

Die Maßnahme sollte möglichst anschaulich und dennoch kurz beschrieben werden. Wie bei allen anderen Stationen im Lebenslauf gilt auch hier: Nennen Sie zuerst den Zeitraum in Monat und Jahr, etwa „05/2017 – 07/0217“. Nun wird die Bezeichnung der Fortbildung angegeben, gefolgt von der Angabe der Institution oder des Anbieters und dem Ort.

Erscheinen die Inhalte besonders relevant für einen möglichen Arbeitgeber, kann darauf mit wenigen Stichpunkten eingegangen werden, um dem Personalverantwortlichen eine bessere Vorstellung von der Maßnahme zu geben.

So könnte das etwa aussehen:

„06/2018 – 07/2018: Fortbildung im Bereich [Bereich], [Einrichtung], [Ort]
[Erlernte Fähigkeit], [erlernte Fähigkeit], [erlernte Fähigkeit]“

„04/2017 – 09/2017: Fortbildung im Bereich [Bereich] mit dem Schwerpunkt [Schwerpunkt], [Einrichtung], [Ort]. Abgeschlossen mit dem [Zertifikat].
– [Inhalt]
– [Inhalt]
– [Inhalt]
– [Inhalt]“

Je wichtiger die Fortbildung, desto prominenter sollte sie platziert sein

Je relevanter die Fortbildung für die anvisierte Stelle erscheint, desto eher bietet es sich an, sie schon weiter vorne im Lebenslauf zu erwähnen. Das wäre etwa der Fall, wenn der Bewerber derzeit arbeitslos ist und diese Qualifikation seine aktuelle oder jüngste Tätigkeit darstellt. Oder aber die Fortbildung ist essenziell, um ausreichend qualifiziert für eine angestrebte Position zu sein.

In solchen Fällen ist es für Bewerber wichtig, die Fortbildung prominent zu platzieren. Hat der Bewerber die Fortbildung mit einem Abschluss oder Zertifikat beendet, kann sie in die Rubrik „Bildungsweg“ integriert werden. Handelte es sich dabei um eine innerbetriebliche Maßnahme, kann die Fortbildung gemeinsam mit der entsprechenden beruflichen Station beschrieben werden.

Als alleinstehender Punkt in der Rubrik „Berufserfahrung“ bietet sich eine Fortbildung in der Regel nicht an. Eine Ausnahme kann bestehen, wenn der Bewerber schon lange arbeitslos ist und zeigen möchte, dass er sich dennoch weiterbildet. Normalerweise gehören solche Erfahrungen jedoch nicht zu der Auflistung der bisherigen beruflichen Positionen.

Mögliche Fehler bei der Angabe von Fortbildungen in der Bewerbung

Mit Fortbildungen können Bewerber punkten – wenn sie richtig damit umgehen und keine Fehler bei der Nennung machen. Es wäre etwa ein Fehler, irrelevante oder sehr lange zurückliegende Fortbildungen und Weiterbildungen zu nennen. Was für den möglichen Arbeitgeber nicht von Interesse ist, bläht den Lebenslauf nur unnötig auf – und kostet den Personaler unnötig Zeit beim Sichten der Bewerbung. Nur relevante Qualifikationen gehören in den Lebenslauf.

Auch bei der Wahl des richtigen Ortes für die Nennung der Fortbildung im Lebenslauf ist Fingerspitzengefühl gefragt. Es hängt von der Tragweite der Qualifikation und ihrer Bedeutung für das Unternehmen ab, wie stark die Maßnahme in den Vordergrund gerückt werden sollte. Wer eine wichtige Fortbildung erst ganz am Ende des Lebenslaufs platziert, riskiert, dass sie auf diesem Platz nicht ausreichend wahrgenommen wird.

Bewerber sollten außerdem darauf achten, einige Details zur Fortbildung im Lebenslauf anzugeben. Das gilt besonders bei Kursen, die nicht selbsterklärend oder besonders relevant sind. Natürlich kann der Personaler auch das Zertifikat ansehen, was der Bewerber angehängt hat – aber wenn es dazu gar nicht erst kommt, vergibt der Bewerber eine Chance, wenn er die Fortbildung nicht mit einigen wenigen Stichworten beschreibt.