Karriere in der IT !
Bzw. auch für die , die wieder aussteigen wollen !
Gruss das www.spirofrog.de Team
manager-magazin.de, 14. März 2008, 08:41 Uhrhttp://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,541362,00.html
TIPPS
Sieben Karrieren für IT-Aussteiger
Von Christiane Pütter
Frau Meier aus der Buchhaltung ruft zum x-ten Mal an, weil sie eine Mail nicht öffnen kann, Herr Huber aus dem Controlling droht mit dem Rotstift: Manchmal könnten CIOs alles hinschmeißen. Sollten sie auch, rät Joanne Dustin. Sie kennt Ex-CIOs, die heute glücklich sind. Was sie brauchten war ein toter Hund oder ein Kuchenrezept.
Joanne Dustin ist eine mitfühlende Frau. Sie kennt die alltäglichen Sorgen eines IT-Entscheiders: Wenn irgendetwas nicht läuft, wird gemeckert, wenn alles flutscht, sagt keiner was.
Und jeder Cent wird zweimal umgedreht. Kein Wunder, dass so viele CIOs ausgebrannt, demotiviert oder übermüdet sind. Doch das muss nicht sein.
Ehemalige IT-Fachkraft Dustin: “Es gibt ein Leben außerhalb der IT”
Zum Beweis führt Frau Dustin Menschen an, die es geschafft haben. “Es gibt ein Leben außerhalb der IT”, versichert sie. Nachdem sie selbst 25 Jahre lang in der Branche tätig war, ist sie 2001 auf einen Job als Coach für Techniker und Informatiker umgestiegen.
Jetzt verrät sie sieben Tipps für den Weg in die alternative Karriere.
1.) Interessen identifizieren (oder: Wer nichts Anderes wird, wird Wirt)
Tom Prince zum Beispiel, dem ging es gar nicht gut. Er war zwar ein erfolgreicher CRM-Software-Verkäufer bei Siebel, aber eines Tages musste er erkennen: “Es herrscht so viel Desillusionierung in der IT.”
Von nun an wollte er den Menschen etwas anderes verkaufen; etwas, das man nicht nur implementieren, sondern auch schmecken kann – Essen. Weil er selbst so gerne Essen ging, suchte er sich einen Wirt, der nach seinem Geschmack kochte, und machte den zu seinem Partner.
Heute führen die Partner die Tomasso Trattoria in Southborough, Massachusetts, und gleich nebenan den Laden Panzano Proviste e Vino.
Dustin findet, von Prince kann man lernen, zu tun, was man wirklich möchte. Dazu hilft es, den aktuellen Job zu durchleuchten: Welche Tätigkeiten mag man, welche nicht? Was tut man gern in der Freizeit?
Dustin rät, eine strukturierte Liste anzulegen. Ein Ergebnis könnte sein, dass das Hobby zum Beruf gemacht wird. Prince ist immer noch Verkäufer – aber Software kann man seine Pasta al dente nicht nennen.
2.) Die eigenen Stärken nutzen (oder: In jedem schlummert ein Künstler)
24 Jahre lang, ein Vierteljahrhundert fast, schenkte Norman Daoust all seine Energie und sein Talent der IT-Branche. Dabei hatte er doch eigentlich immer Musiker sein wollen, klampfte er doch auf der Gitarre, schrammelte den E-Bass und zupfte die Mandoline. Ein Versuch, von der Kunst die Miete bezahlen zu können, schlug fehl – Norman musste zurück in die IT.
Und litt noch mehr unter der Bürokratie und Behäbigkeit eines großen Unternehmens.
© manager-magazin.de
Raus aus dem Job: Viele CIOs sind ausgebrannt, demotiviert oder übermüdet
Findiger Kompromiss: Mit seinem Fachwissen und seiner langjährigen Erfahrung machte er sich als Berater selbstständig – und teilt sich seine Arbeit so ein, dass genug Zeit bleibt für die Kunst.
Dazu Dustin: Die entscheidende Frage ist, was man gut kann und wie man seine Stärken nutzt. Daoust kann offenbar gut mit Menschen und bringt genug Mut und Organisationstalent für eine selbständige Existenz mit.
3.) Optionen sortieren: Was könnten Sie tun, das Ihre Interessen und Stärken widerspiegelt? (Oder: Wo liegt der Hund begraben?)
Vom Programmierer über den Projektmanager bis zum Senior Vice President – ganz der amerikanische Traum, das Leben des Tom McGoldrick. Nach 30 Jahren Karriere stellte er fest: Seine Familie kannte ihn kaum noch.
Das mag denn auch der Grund dafür sein, warum er so an seinem Hund Apollo hing. Doch eines Tages starb Apollo – und Tom McGoldrick fand keine Möglichkeit, den treuen Freund angemessen zu Grabe zu tragen. Bis er auf “Paws in Heaven” stieß, einen Bestattungsservice für Vierbeiner.
Als sich die Macher von “Paws in Heaven” zur Ruhe setzten, griff Tom McGoldrick zu. Er kaufte das Geschäft und fand seine Erfüllung.
Genau so klappt es mit der alternativen Karriere, so Dustin: Je stärker man sich seiner Interessen bewusst ist, umso schneller reagiert man auf Chancen, die das Leben bietet.
Zumal Erweiterungen denkbar wären, etwa “Flossen im Himmel” für den Goldfisch-Freund. Oder “Flügel im Wasser”, die Seebestattung für den Wellensittich.
4.) Die Möglichkeiten prüfen: Wie würde der neue Berufsweg aussehen? (Oder: Sofort an den Herd!)
In der Mittagspause schlenderte Marissa Rosenfeld Smajlaj gerne durch Buchläden. Eines Tages fiel ihr das Buch “Colette’s Birthday Cakes” in die Hand – und Marissa hatte eine Vision:
So schöne Kuchen hatte sie doch auch immer backen wollen – spontan kam ihr die Idee eines ganz neuen Berufsweges im Kopf. Was mit einem Teilzeitjob in einer Backstube begann, ist heute die Funktion eines Pastry Chefs in einem New Yorker Restaurant. Süßes statt Server -
Rosenfeld Smajlaj hat Biss.
Um- statt Absteigen: Vom IT-Berater zum Manager eines Neun-Loch-Platzes
Immerhin zeigt die Geschichte: Techniker sind so begehrt, dass sie es sich leisten können, eine andere Tätigkeit auszuprobieren. Der Einstieg über einen Teilzeitjob lässt die Möglichkeit des Ausprobierens offen.
5.) Für Chancen offen sein (Oder: Besser auf den Golfplatz als an den Arbeitsplatz)
20 Jahre IT und Bill Sobbing war immer noch begeistert – allein ihn nervten die Abhängigkeit und das Gebundensein. Die Alternative: Ab in die Selbstständigkeit als Berater. Das lief gut, aber eines Morgens blieb er in der Zeitung an einer Anzeige der San Diego Golf Academy hängen, die Golfplatzmanager suchte. Drei Jahre später war er General Manager eines Neun-Loch-Platzes.
Was zeichnet Leute wie Sobbing aus? Neugier, sagt Dustin. Neugier und der Mut, ihr nachzugehen.
6.) Alternativen auf Machbarkeit prüfen (Oder: Dann eben zur Müllabfuhr)
Nicht jeder ist so spontan wie Rosenfeld Smajlaj oder Sobbing – und kann es trotzdem schaffen. So wie Alan Klug. Er hatte einen guten Job bei KPMG – doch nach dem 11. September 2001 war ihm klar: Die fetten Jahre sind vorbei.
Seinen Abstieg wollte Klug gar nicht erst abwarten. Dann lieber pro-aktiv ein neues Feld suchen. Noch während er erwog, Franchisenehmer eines Schnellrestaurants oder Inhaber einer Autowaschanlage zu werden, stieß er in der Zeitung auf ein kleines Inserat:
Entrümpelungsservice. Der KPMG-Mann fing an, zu recherchieren und stellte fest, dass er auf eine Marktlücke gestoßen war. Klug begann bei der Firma als Franchisenehmer mit vier Gebieten, heute hat er acht. In diesem Jahr dürfte sein Umsatz die Zwei-Millionen-Dollar-Grenze sprengen.
7.) Einen Karriereplan erstellen
Am Anfang jeden Erfolges stehen laut Dustin folgende Fragen: Was brauche ich, um meine Ziele zu erreichen? Benötige ich Weiterbildung, Ausstattung, Büro- oder Lagerräume? Welche praktischen Erfahrungen muss ich sammeln? Brauche ich finanzielle Hilfe? Sollte ich mir einen Coach oder Mentor suchen? Wer aus meinem Freundeskreis kann mich unterstützen, sei es mit Ressourcen,
Fachwissen oder guten Worten?
Dustin schwört, dass ihr die aufgezählten Beispiele persönlich bekannt sind. Wer mehr davon lesen möchte, dem sei ihr Buch “Life beyond IT: Open the door … Your Future is waiting” ans Herz gelegt.
Der Artikel ist brandneu. Ihr könnt gerne kommentieren.





