Autorenarchiv

Ratgeber: Gut vorbereitet in die Selbstständigkeit

„Nur durch Arbeit und Kampf ist Selbstständigkeit und das Gefühl der eigenen Würde zu erlangen“, war sich einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller, nämlich Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), sicher. Viele Arbeitnehmer sind von den Strukturen und monotonen Tätigkeiten in ihrer Firma entnervt. Sie haben Ideen und Energie, wollen sich eine eigene Existenz aufbauen und selbstständig werden.

Dem eigenen Traum folgen

Doch auch viele andere Menschen in Deutschland sind von diesem Traum beseelt: Studenten wollen von der grauen Theorie der Universitäten oder Fachhochschulen weg und ihr Wissen endlich in der Praxis umsetzen. Arbeitslose wollen das Ruder herumreißen und nicht mehr von staatlicher Unterstützung abhängig sein. Erziehende gründen Teilzeit- oder Kleinstunternehmen, um neben der Arbeit noch genügend Zeit für die Kinder zu haben. Eine gute Idee und jede Energie bringen viele Menschen mit, die die Selbstständigkeit anstreben. Doch bereits im Vorfeld sollten sie sich über vieles im Klaren sein. Ansonsten droht ihnen – wie bei Dostojewski – jahrzehntelange finanzielle Not oder das Scheitern ihrer Existenz.

Information und Vorbereitung

Es gibt zahlreiche Ratgeberportale, wie beispielsweise www.existenzgruender.de, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie organisiert sind und Selbstständige bei der Entscheidung, Vorbereitung, Finanzierung und dem Start des eigenen Unternehmens unterstützen. Ebenso findet man bei der örtlichen IHK Hilfe. Zunächst sollten angehende Selbstständige sich klar darüber werden, welche Art von Selbstständigkeit sie anstreben. Freiberufler wie Ärzte, Steuerberater oder Architekten stehen hier neben typischen selbstständigen Gewerbetreibenden wie Handwerkern, Gastwirten oder Kaufmännern sowie neben Tätigen in der Forst- und Landwirtschaft. Der Umfang kann von einer Teil- auf eine volle Selbstständigkeit erweitert werden.

Wer ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung anbieten will, sollte zunächst viele notwendige Informationen einholen und Analysen durchführen. Entscheidend ist dabei das Alleinstellungsmerkmal: Warum sollten Kunden überhaupt mein Produkt, meine Dienstleistung brauchen? Gibt es bereits Konkurrenten, die das hinreichend oder günstiger anbieten? Dazu empfiehlt es sich auch, möglichst viel mit erfahrenen Leuten – beispielsweise mit Verantwortlichen aus etablierten Firmen der Branche – zu kommunizieren. Darüber hinaus müssen Selbstständige in spe ihre Zielgruppe genau kennen und diese dafür definieren. So ist Werbung für Sportartikel in einem Seniorenheim nicht unbedingt sinnvoll. Dieses Hinterfragen der eigenen Person sowie der eigenen Idee und die Bereitschaft, Kritik anzunehmen und konsequent umzusetzen, sind unabdingbare Voraussetzungen für den Erfolg in der Selbstständigkeit.

Finanzierung, Formalitäten, Unternehmensstart

Ein sehr wichtiger Baustein, so unterschiedlich und speziell das angestrebte Geschäft auch sein mag, ist und bleibt der Businessplan. Darin stellt jeder Gründer chronologisch vor, welche Schritte er für seine Selbstständigkeit oder sein Geschäft benötigt. Auch wenn der Plan nicht Eins-zu-Eins umgesetzt wird, auch wenn er komplett umgeworfen wird, so sollte er doch detailliert und akribisch ausgearbeitet werden.

Denn wer sich bei privaten Banken, bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder bei einer Crowdfunding-Kampagne um Gelder bewirbt, der muss eine verlässliche Strategie vorlegen. Rechtzeitig sollte die Gründung auch angemeldet werden, um die formellen Prozesse zu durchlaufen. Dies ist insbesondere wichtig, um auch finanzielle Engpässe zu vermeiden. Ist der Start gelungen, ist es insbesondere für Laien wichtig, sich in die einzelnen Bereiche einer Firma einzufinden.

Datenbanken und Fachwissen zu Bereichen wie Lohnabrechnungen, Buchhaltung und anderen Themenfeldern, die essentiell für angehende Selbstständige sind, werden von Softwaredienstleistern wie Lexware angeboten. Wenn der Betrieb eines Selbstständigen wächst, kann dieser jedoch häufig die anfallenden Arbeiten in den verschiedenen Bereichen nicht mehr bewältigen. So empfiehlt es sich häufig, Fachleute fürs Marketing, den Vertrieb, das Webdesign oder das Controlling einzustellen, um nicht als Einzelkämpfer unter Burn-Out zu leiden oder gar die Firma an die Wand zu fahren. Wer jedoch gut informiert an seinen Traum herangeht, hat in Deutschland nach wie vor realistische Chancen, sich erfolgreich und langfristig selbstständig zu machen.


Share
Tip der Woche!
Ongoing Promotion Bewerbung e-book Klicken Sie hier um zum e-Book zu kommen! jobboerse ---------------------------------------------------- Copyright © 2007-2014 - All Rights Reserved.
Unsere Partner